Verbitterung und Kompromiss

Lebendiger als ein Geschichtsbuch, aber so nüchtern-funktional wie der Arbeiter- und Bauernstaat: Christoph Heins Roman «Das Narrenschiff» erzählt die DDR aus der Perspektive ihrer Elite

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Wie soll man sich mit der DDR beschäftigen? Ein Geschichtsbuch zu wälzen kann fad und trocken sein. Wenn die persönliche Verbindung zur Geschichte fehlt, immerhin ist die überwiegende Bevölkerung in Westdeutschland sozialisiert, verkommt das Geschehen zu bloßen Fakten aus Namen und Daten. In der Literatur ist es anders. Sie vermag es, durch die Beschreibung von Menschen und ihren Schick -salen eine lebhafte Vorstellung vom Geschehenen zu vermitteln.

Wer die Logik des selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaats also einmal ganz lebhaft auf die Spur kommen will, einer Geschichte von immerhin rund zehn Millionen Deutschen, dem sei «Das Narrenschiff» empfohlen.

Denn während sich ein großer Teil der DDR-Literatur, wie im Fall von Jenny Erpenbeck, nur auf einzelne Abschnitte der Geschichte bezieht, zeichnet der Schriftsteller Christoph Hein ein Panorama von Anfang bis Ende der Deutschen Demo -kratischen Republik. Wer versucht, es kurz zu umreißen, muss notwendigerweise scheitern. Schriftsteller Hein hingegen, 1944 in Schlesien geboren, der als Pfarrerssohn in der DDR kein Abitur ablegen durfte, entpuppt sich als akribischer Chronist: Erzählt von der Nachkriegszeit und dem Volksaufstand ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Bücher, Seite 48
von Anna Hoffmeister

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