Etwas Besseres als den Tod finden wir überall. Ein Singspiel
FIGUREN
Esel
Grau
Hund
Schlau
Katze
Schwarz
Huhn
Kommun
Frau von zur Mühlen
Herr von zur Mühlen.
ORTE
Ein Gutshof mit Ställen und Hühnerfabrik
Ein Strand am Mittelmeer Ein Schlachthaus.
ZEIT
Bald
«Heute sind alle: Dekor, Kulissen, Hinterbühne, das gesamte Gebäude, auf die Bühnenbretter gestiegen und machen den Schauspielern die Hauptrolle streitig. Das schlägt sich in den Textbüchern nieder, legt andere Ausgänge der Intrige nahe.
Die Menschen sind nicht mehr die einzigen Akteure, sehen sich zugleich aber mit einer Rolle betraut, die viel zu groß für sie ist.» Bruno Latour, Das terrestrische Manifest
ENDE
Esel (im Dunkel) Ende. Noch ein Ende. Der Stützbeutler ist ausgestorben. Hören Sie das? So viel Ende war nie. Als wäre alles vorbei. Dass wir vergangen sein könnten. Dass die Welt verschwunden wäre in einem schwülen Schlaf. Dass man nicht wieder aufwacht. Oder aufgewacht ist doch als Einziger und niemand antwortet. Dass ich begraben bin schon bei lebendigem Leib, ohne es zu merken, und spreche noch. Dass meine Stimme nicht mehr zu mir gehöre, wie das Sprechen keinen Halt mehr findet. Hören Sie das? Wie der Boden heimlich bebt. Die Erde schreit, indem sie schweigt. Hören Sie das ...
MARTIN HECKMANNS, geboren 1971 in Mönchengladbach, ist Autor zahlreicher Theaterstücke, darunter «Kommt ein Mann zur Welt» (2007) und «Mein Vater und sein Schatten» (2020). Mit «Schieß doch, Kaufhaus!» und «Kränk» gewann er 2003 und 2004 den Publikumspreis der Mülheimer Theatertage. Er lebt in Berlin.
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Theater heute 11 2022
Rubrik: Das Stück, Seite 100
von Martin Heckmanns
AACHEN, THEATER
11. Lasker-Berlin, Ich, Wunderwerk und How much I love disturbing content
R. Marlene Anna Schäfer
17. Günther, Die (Un)Entbehrlichen (U)
R. Ulrike Günther
18. von Düffel nach Ende, Die unendliche Geschichte
R. Roman Kohnle
AALEN, THEATER DER STADT
12. Schmitt, Oskar und die Dame in Rosa
R. Tina Brüggemann
20. Ludwig nach Kästner, Pünktchen...
Schlechte Zeiten für Helden beim Spielzeitauftakt am Schauspiel Nürnberg. Don Karlos ist und bleibt der im politischen Familienkampf Unterlegene; Odysseus taugt nicht zum mutigen Vorbild: zwei Männer mithin, die in den Inszenierungen Opfer der Verhältnisse und auch der Frauen werden. Da können sie noch so auf Ehre und Moral pochen, mögen sich herausreden und ihre...
Immer wenn es das Establishment mit Gier, Ressentiment und Gewinnmaximierung auf die Spitze treibt – und dabei an seine Grenzen stößt –, wird die Sehnsucht nach einem Ort, der nicht Law and Profit bedient, sondern Fantasie, Gemeinschaftssinn, mitunter auch Rausch und Wahn, besonders groß. Wie ein solches Außen entspannter Anarchie und sorgefreien Dahinlebens zu...
