Die Herzensliste

Jurorin Christine Dössel im Gespräch über die Auswahl des Berliner Theatertreffens

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Christine Dössel kommt am späten Vormittag nach der Theatertreffen-Jurysitzung mit Koffer und Taschen beladen in die Redaktion. Sie ist sehr wach, sehr blass, sehr müde und verlangt nach einer Tasse Tee.


Franz Wille Wie lange hat denn die Sitzung gestern gedauert?

Christine Dössel Gute acht Stunden, weniger als im letzten Jahr, da waren es knapp zehn. Das haben wir diesmal nicht überboten. Was nicht heißt, dass es leichter war. 

FW Wie viele Inszenierungen waren gestern noch im Rennen?

Dössel Erst 17, dann 15.

Wir haben gestritten und gestrichen, dann wurden es nach und nach weniger.

FW Die Qualität einer Saison oder einer Theaterlandschaft macht sich ja nicht unbedingt an den zehn bemerkenswertesten Inszenierungen fest, sondern am Feld drumherum, also den 50 oder 100 diskutablen Inszenierungen. War es ein starkes Jahr?

Dössel Es gab in dieser Spielzeit nur wenige Abende, an denen ich mich so richtig gelangweilt oder geärgert habe. Die großen Enttäuschungen, die schlimmen Ausfälle, an denen man auch physisch leidet, hatte ich in diesem Jahr nur ganz selten. Oft findet man das Gutgemachte, Diskutable, aber eben nicht das wirklich Aufregende, Herausragende. Die großen Pegelausschläge nach ...

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Theater heute März 2007
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

Vergriffen
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