Erden und lüften
Der Hase ist von Anfang an da. Das Ich, das von sich und vom ihm erzählt, staunt und berichtet. Ab geht es durch das Dach, hoch in die Luft. Dann auf das Feld. Die beiden, das Ich und der Hase, sind in einem Leihwagen namens Hollywood als Traumfabrik unterwegs.
Die Prosa schlägt Haken, gibt zunächst keine eindeutigen Angaben zu ihrem Wirklichkeitsstatus durch. Ist das alles geträumt, könnte sein, aber dann werden auch Träume als Träume erzählt und sogar brav durchnummeriert.
Der Hase malt dem Ich unlesbare Zeichen ins Buch: «Ich betrachtete das eingehend und dachte sachte vor mich hin. Im Universum war es still.»
So unkonventionell geht es hinein in diesen Roman, der sich erst einmal Sprüngen, Assoziationen, einer aus störrischen Wörtern in wechselnden Bildern zusammen- und gleich wieder auseinandergebauten Fantasie überlässt. Dann kommen aber Dinge dazu, die einem durchaus realer erscheinen, die Ma, die Großmutter, sie mischen sich unter die Hasenprosa, als Erinnerungen dieses Ichs, das auch über Songzeilen und Friederike-Mayröcker-Zitate und Fotos verfügt und diese mit den sprachgeborenen Eigenheiten verfugt.
Der Hase ist erst voll da, irgendwo entsprungen, und dann ist er ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Bücher, Seite 39
von Ekkehard Knörer
Sie stakst als Schillers Elisabeth auf blauen Stilettos so sicher über die Bühne, als wären es Arbeitsstiefel – mit böse blitzenden Augen, immer bereit zur giftigen Attacke. Legt in «Ökozid» als Anwältin der Klägerstaaten eine solche Wutperformance hin, dass man ein bisschen Angst kriegt vor so viel freiradikal sich entfaltender Energie. Sie zeigt als Istanbuler...
In einem Alpendorf geht alles den gewohnten Gang. Die Bäckerin wühlt in Teigschlieren, die Bankangestellte schafft Geld beiseite, die Mesnerin hält Kontakt zu höheren Mächten. Alle drei sortieren untereinander ihre Affären, derweil sitzt der Jäger daheim und masturbiert im Beisein des einzigen Gefährten, eines sprechenden Hundes. Der Chor der Handball spielenden...
Wo gerade noch das niedliche Ferienhaus der Familie Tyrone stand, liegt nur noch ein Bretterhaufen: Nach zwei Minuten ist es explodiert in tausend Teile. Ein Schockmoment, ein Knall -effekt für den Zuschauer, das Bild der Zerstörung danach erinnert an Überreste von Flutkatastrophen oder Erdbeben. Und so setzt Johann Simons mit seinem Hauptregieeinfall des Abends...
