Endspiele, aber nicht zu perfekt, bitte!

Claudia Bauer inszeniert Becketts «Warten auf Godot» als Sketch in Überlänge für das Münchner Residenztheater, und Jürgen Berger und Anna Karasinska erforschen mit «Was ich vergessen habe» im Marstall Demenz als das weite Land der untergehenden Vernunft

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Nein, Liebe auf den ersten Blick war es nicht und scheint es auch auf den letzten Metern nicht mehr geworden zu sein zwischen Claudia Bauer, kampferprobte Hausregisseurin am Münchner Residenztheater, und dem Männerstück «Warten auf Godot», in dem die beiden Tramps Wladimir und Estragon zusammen mit dem Sklaventreiber Pozzo und seinem Diener Lucky die ganze Spannweite menschlicher Existenz voller Hoffnung, Bosheit und Verzweiflung ausschreiten und dabei schließlich zu dem komprimierten Resümee kommen: «Sie gebären rittlings über dem Grabe, der Tag erglänzt einen Augenblick und dann

von Neuem die Nacht.»

Entstanden 1948/49 noch unter dem Eindruck des Holocaust hat das Paradestück des absurden Theaters, mit dessen Uraufführung Samuel Beckett 1953 über Nacht berühmt wurde, bis heute nichts von seiner abgrundtiefen Hellsichtigkeit verloren und ist dabei noch immer großartiges Schauspielerfutter, das aber auch leicht spröde wirken kann. Man muss einen Ton finden, der den ganzen Abend in der Schwebe hält, ohne zu ermüden, und das ist nicht einfach.

Für Bauer, die gerne mit drastischer Komik und Musikalität an klassischen Vorlagen kratzt und für das Residenztheater mit «Valentiniade. ...

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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Silvia Stammen

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