Kaputt mit Hoffnung
Was kann weg, und was soll bleiben? Die Urfragen des Ausmistens, vielleicht auch der Menschheit, soll die partizipierende Zuschauerin jetzt beantworten. Eine Mitarbeiterin des fiktiven Digitalkonzerns IRL (Imaginary Reality Landscapes) bittet mich über einen Screen, mir verlassene digitale Räume und Landschaften anzuschauen und zu entscheiden, ob diese gelöscht oder ins Metaverse umgezogen werden sollen.
Doch schon die ersten drei per Fahrstuhl angefahrenen Orte – ein trübes Zimmer, eine Blumenwiese mit Teich (und totem Fisch) sowie die Überreste eines arabischen Kindergeburtstags in einem ausgebombten Haus – werfen haufenweise Fragen auf: Welcher Raum hat Bedeutung und welcher nicht, was ist technisch gelungen oder veraltet, welchen sozialen Wert haben private Erinnerungen, welche Absichten verfolgt der Konzern, und was kann ich mit meiner Entscheidung beeinflussen?
«[EOL] End of Life» heißt der Virtual-Reality-Parcours, den das Duo Victoria Halper und Kai Krösche (DARUM) entworfen und im freien Wiener Produktionshaus brut zur Aufführung gebracht haben. Ausgerüstet mit einer VR-Brille bewegen sich einzelne Besucher:innen real nur auf einer kleinen markierten Fläche, während sie ...
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Theater heute Mai 2025
Rubrik: Theatertreffen, Seite 28
von Eva Behrendt
Ein europäischer Abend
Kornel Mundruczos Proton-Theater zeigt mit «Parallax» die Grenzen des Kontinents
Ein Jahrhundert, drei Generationen, eine Wohnung in Budapest: Die zunehmend gebrechliche jüdische Großmutter – als Baby im Konzentrationslager geboren –, die nur mit viel Glück den Holocaust überlebt hat, will auch als alte Frau nichts von ihrer Identität...
Wer schon einmal das Bild des «Floß der Medusa» betrachtet hat, kam sicher nicht umhin, sich die Ereignisse vorzustellen, die hier angedeutet werden. Nach einem Schiffbruch 1816, verantwortet von einem unerfahrenen und eitlen Kapitän, wird ein Teil der Crew ihrem Schicksal auf offener See überlassen. Nur fünfzehn überleben die fast zweiwöchige Höllenfahrt, die von...
Im langsamen Rhythmus eines Metronoms geht Connor die Treppe herunter, Schritt für Schritt. Seine Arme pendeln taktgenau mit, Bewegungen, die den Körper im roten Lackkostüm wie fremdgesteuert wirken lassen in diesem monströsen Stück, in dem Gewaltakte und Grenzüberschreitungen vollzogen werden als seien sie Rituale. «Double Serpent», das Auftragswerk zum Auftakt...
