Endspiel, was sonst

Sieben längere Sätze über Theater und Kritik

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1. Warum machen wir das? Man muss ja keine Theaterkritiken schreiben. 

Am Theater kann einen zunächst reizen, dass es als generalistische Form, die im Glücksfall zum Gesamtkunstwerk gerät, alle oder fast alle anderen Genres vereint. Das ist für den Kritiker mindestens eine intellektuelle Herausforderung, erklärt aber noch nicht wirklich sein Objekt der Begierde. Erklärt nicht die eigene Emotion: nicht diese neugierige Lust, ausgerechnet auf das Theater zu reagieren.

Alfred Kerr hat sein Kritiker-Motiv noch emphatisch als «die Seligkeit, die Seligkeit, die Seligkeit des Daseins» bezeichnet, worauf Karl Kraus erwiderte, er hätte ihm erst mal zwei Seligkeiten gestrichen. Immerhin drückt sich in Kerrs Bekenntnis das Passionierte aus; und ein bisschen Passion ist es schon, was Kritiker, die sich Künstlern und Künsten nähern, persönlich antreiben sollte. Noch vor jedem (Selbst-)Darstellungsdruck oder Gedanken über das berufliche Aus- und Fortkommen. 

Ästhetische Erfahrungen, um die es beim Schreiben übers Theater oder andere Künste im Grunde geht und ohne die dieses Schreiben mit einem diskutablen kritischen Urteil gar nicht gelingen kann, ästhetische Erfahrungen rühren auch an die ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Positionen der Kritik, Seite 24
von Peter von Becker

Vergriffen
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