Besser scheitern
Theater heute Kann man Schreiben lernen? Sie studieren Szenisches Schreiben in Leipzig, und Moritz Rinke war ein Jahr lang Ihr Dozent. Was kann man zum Beispiel bei Moritz Rinke lernen?
Katharina Adler Bei Moritz war es von Anfang an sehr werkstattorientiert. Wir hatten immer zwei Seminare hintereinander, und die waren aufgeteilt in drei Rubriken: Jede Stunde hat jemand einen Essay vorgestellt, in dem es um alles gehen konnte, was uns so umtreibt.
Das finde ich einen wichtigen Punkt bei uns: Dass es nicht nur um die Textkritik geht, sondern auch darum, dass man sich klar darüber wird, was man denn eigentlich zu sagen hat. Die zweite Rubrik war das «Leib-Schreiben». Am Anfang des Semesters haben wir in einen großen Topf all unsere Namen getan, und dem Mitstudenten, dessen Namen man zog, hat man dann einen Monolog auf den Leib geschrieben. Man konnte diesen Studenten auch zu einer Figur machen und ihm eine Geschichte geben. Im dritten und größten Teil ging es dann um unsere eigenen Texte, die wir auf die verschiedensten Arten und Weisen betrachtet haben. Und was wir dabei gelernt haben? Ich habe mir regelrecht Handlungsanweisungen aufgeschrieben.
TH Anweisungen, wie man ein Stück ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit Sicherheit hatte der Autor Spaß an dieser Arbeit. Der Mann, der dem deutschen Gegenwartstheater Heldennamen wie Faustersterteil oder Hänselundgretel geschenkt hat, tobt sich diesmal in der Moskauer Unterwelt aus und kreiert einen Don Sinatra, swingliebender Pate, Boris Besorgowitsch, seine rechte Hand, Silikona Silikonowitsch, die synthetisch aufgepeppte siebte...
Schwarz auf Weiß, das kennen wir, das kann man getrost nach Hause tragen. Doch Schwarz auf Schwarz, da kann man nichts erkennen. Auf den schwarzen Eisernen Vorhang schreibt eine schwarz gekleidete Figur etwas in großen schwarzen Buchstaben. Nur als feuchtes Glitzern liest man den Satz: «Ich bin nicht, der ich bin.» Jago ist es, der diesen Selbstverneinungsspruch an...
1. Warum machen wir das? Man muss ja keine Theaterkritiken schreiben.
Am Theater kann einen zunächst reizen, dass es als generalistische Form, die im Glücksfall zum Gesamtkunstwerk gerät, alle oder fast alle anderen Genres vereint. Das ist für den Kritiker mindestens eine intellektuelle Herausforderung, erklärt aber noch nicht wirklich sein Objekt der Begierde....
