Marc Grandmontagne; Foto: David Baltzer
Endlich Schluss mit der Defensive!
Theater heute Erstmal Gratulation zum neuen Job! Sie sind seit acht Monaten neuer geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, eine Aufgabe, mit der man institutionell zwischen allen Stühlen sitzt. Eine ehrliche Stellenbeschreibung wäre aus Theatersicht vermutlich «Dr. Jekyll and Mr.
Hyde», denn einerseits sitzen im Bühnenverein als Tarifpartner die Rechtsträger der Theater, also die in den letzten 25 Jahren notorisch sparwilligen Kommunen und Länder, andererseits auch die Intendanten, die als künstlerische Leiter ihre Etats verteidigen müssen. Da gibt es viele Reibungspunkte, und über einige wollen wir sprechen und Sie fragen: Auf welcher Seite stehen Sie und was versuchen Sie durchzusetzen? Fangen wir mal mit den jährlichen Tarifsteigerungen an: Der Bühnenverein verhandelt sie, und sie müssen demzufolge von den Theatern umgesetzt werden, aber nicht alle Kommunen und Länder können sie auch durch einen steigenden Zuschuss ausgleichen. Die Folge sind regelmäßige Einschnitte in die künstlerischen Etats, weil das die einzigen Etatbereiche sind, in denen gekürzt werden kann. Wie positionieren Sie sich da?
Marc Grandmontagne Kämpferisch optimistisch. Sie haben die Sachlage ...
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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Das Gespräch, Seite 4
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt und Franz Wille
Neuanfänge in Berlin und Frankfurt: Am BE beginnt Oliver Reese mit betont solidem Ensemble-Theater, in Frankfurt übernimmt Anselm Weber, und in Dresden richtet sich nach einem Interimsjahr Joachim Klement mit seinem Team ein.
Polens Kulturszene versucht, sich der Erpressungen durch die nationalistische PIS-Regierung zu erwehren: Schlaglichter vom Posener Malta-Fest...
In der Mitte der Spielfläche hat Jennifer Hörr (Bühne und Kostüme) eines jener Freizeitinstrumente installiert, das vor allem auf Kinderspielplätzen vorhanden sein sollte: eine Schaukel, auf die gleich zu Beginn des Saisonauftakts am Darmstädter Staatstheater ein Mann klettert und von oben herab so tut, als sei er ein verzogenes Kind. Christoph Bornmüller spielt...
Muss man im Jahr 2017 eigentlich noch eine Diskussion über Nacktheit im Theater führen? Ja, muss man wohl tatsächlich, angesichts der Nackten, die das Hamburger Kampnagel-Gelände bevölkern und einen zwischen den einzelnen Stücken zwingen, sich zu ihrer Blöße zu verhalten. Lebende Statuen, eine an eine Säule gelehnt, eine auf dem Boden drapiert, zwei reiten...
