Marc Grandmontagne; Foto: David Baltzer
Endlich Schluss mit der Defensive!
Theater heute Erstmal Gratulation zum neuen Job! Sie sind seit acht Monaten neuer geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, eine Aufgabe, mit der man institutionell zwischen allen Stühlen sitzt. Eine ehrliche Stellenbeschreibung wäre aus Theatersicht vermutlich «Dr. Jekyll and Mr.
Hyde», denn einerseits sitzen im Bühnenverein als Tarifpartner die Rechtsträger der Theater, also die in den letzten 25 Jahren notorisch sparwilligen Kommunen und Länder, andererseits auch die Intendanten, die als künstlerische Leiter ihre Etats verteidigen müssen. Da gibt es viele Reibungspunkte, und über einige wollen wir sprechen und Sie fragen: Auf welcher Seite stehen Sie und was versuchen Sie durchzusetzen? Fangen wir mal mit den jährlichen Tarifsteigerungen an: Der Bühnenverein verhandelt sie, und sie müssen demzufolge von den Theatern umgesetzt werden, aber nicht alle Kommunen und Länder können sie auch durch einen steigenden Zuschuss ausgleichen. Die Folge sind regelmäßige Einschnitte in die künstlerischen Etats, weil das die einzigen Etatbereiche sind, in denen gekürzt werden kann. Wie positionieren Sie sich da?
Marc Grandmontagne Kämpferisch optimistisch. Sie haben die Sachlage ...
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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Das Gespräch, Seite 4
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt und Franz Wille
Am 27. und 28. Juni 2015 schrieb Jan Fabre Theatergeschichte. Damals brachte der belgische Allroundkünstler beim Berliner Festival Foreign Affairs die 24-stündige Performance «Mount Olympus» zur Uraufführung (TH 6 und 8-9/15), in der er fast alle griechischen Tragödien auf einmal inszenierte, um so die in die Jahre gekommene Katharsis neu zu beleben. Die...
Wien in den spätsommerlich warmen Tagen ist ein friedlicher Traum. Im Prater mauscheln die Bäume, selbst am Zentralfriedhof ist beste Stimmung, und frei und unbeschwert lässt sich nochmal das Leben in den Gassen an. Nur im Theater ist alles ganz anders. Gleich beide großen Bühnen der Stadt beginnen die neue Spielzeit mit dem Ende der Welt. Im Volkstheater lässt...
Das Streben nach Glück an sich ist naturgemäß nichts Verwerfliches, kann aber leicht zu Verwerfungen führen, wenn dabei die Interessen kollidieren. Molières berüchtigter Heuchler «Tartuffe» ist so gesehen nicht nur der abgefeimte Schurke, der sich im frömmlerischen Schafspelz in die Familie seines Gönners Orgon einschmeichelt, um dessen Weib und Wohlstand zu...
