«Saïgon» von Caroline Guiela Nguyen mit Dan Artus, Phu Hau Nguyen und Caroline Arrouas. Foto: Jean-Louis Fernandez/Festival d'Avignon 2017

Die Ekstase, die Arien und der Rausch

Olivier Py, Simon Stone, Frank Castorf, Satoshi Miyagi und Caroline Guiela Nguyen beim Festival du Théâtre in Avignon

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Ach herrje, die Pariser!» Julien, der Taxifahrer, schüttelt den Kopf. Die junge Frau ist ihm, den Blick strikt auf dem Handy, geradewegs vor die Kühlerhaube gelaufen. Während der Festival-Wochen ist in den Straßen Avignons ohnehin kein Durchkommen, schon gar nicht mit dem Auto. Die Stadt gehört den Fußgängern und den Jongleuren, Tanzcrews, Gitarristen, Schauspielern, die mit Gratiskostproben für ihren Auftritt werben.

Wie die Heuschrecken fallen die Pariser in die Altstadt ein, behängen jede freie Ecke mit Affichen, stehen vor den Spielstätten auf der Straße, rauchen, feiern den Sommer und das Theater. Was sich im entferntesten als Bühne eignet, wird bespielt, Ruinen, aufgelassene Kirchen, Parks, über 200.000 Besucher kommen fürs Festival täglich in die Stadt, nicht wenige schauen 30 bis 40 Aufführungen während des Aufenthalts, die meisten acht oder neun, und was man ebenfalls sagen muss: Namentlich sehr viele junge Zuschauer besuchen das Festival d’Avignon, was auf eine schlaue Tarifpolitik zurückzuführen ist. Ein Viertel der Besucher in Avignon sind unter dreiund­zwanzig. Wer redet da noch vom Tod des Theaters?

Die subversive Kraft der Putitude

Auf die breite Gelassenheit der ...

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Theater heute Oktober 2017
Rubrik: Festivals, Seite 30
von Andreas Klaeui

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