Eine Sprache vor dem Verschwinden
Vor undenklichen Zeiten war das Marmaroscher Gebiet in den Waldkarpaten von Riesen bewohnt. Als ihre Zeit zu Ende ging und nur ein einziger von ihnen noch in der Gegend lebte, begegnete seine Tochter Rosalia eines Tages bei einem Spaziergang am Fluss kleinen Menschen, wie sie sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie fing einige in ihrer Schürze und brachte sie heim. Von ihrem Vater erfuhr sie, dass diese «Zwerge» dem Geschlecht der Rumänen angehörten und auserkoren seien, die neuen Besitzer des Landes zu werden.
Rosalia bat Gott, er möge ihr eine kleinere Gestalt verleihen und einen der Burschen dieses Geschlechtes so wachsen lassen, dass sie heiraten konnten. Dieser Ehe soll die rumänische Bevölkerung der Maramuresch entstammen.
Eines Tages muss Thomas Perle, der 1987 im rumänischen Viseu de Sus (Oberwischau), nahe der Grenze zur Ukraine geboren wurde, begonnen haben, sich nach seiner eigenen Herkunftsgeschichte zu fragen. Als Sohn eines Ungarn und einer Rumäniendeutschen konnte die Geschichte der Riesentochter Rosalia für ihn nicht gelten. Die Geschichte seiner Vorfahren war deutlich prosaischer und begann vermutlich im November 1775, als auf Geheiß der Kaiserin Maria Theresia 80 ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Was macht einen Künstler heute zum Künstler? Was ist seine alternative, dissidente oder sonst anders gedachte Position?»
Mir scheint: der Rückzug – wie zu allen Zeiten!
Aus dem Gewusel der alles fordernden und überfordernden Alltäglichkeit unserer Städte zurück in die Stille, Unaufgeregtheit oder Leere einer Probebühne, eines Sets, eines Ateliers. Da hat man –...
Der Begriff des Künstlergenies, des einzigartigen Kunst-Künstlers, ist für uns (Knut Klaßen und mich) wenig glaubhaft, oft hat das «Genie» einfach nur seine Mitarbeiter*innen und Referenzen unsichtbar gemacht. Oder es sind die Medien und das Publikum, die lieber einen oder zwei Namen haben wollen als gleich fünf oder zehn, wie bei einer Band, wo fast immer die/der...
So muss sich das Warten auf’s Schafott anfühlen. Drei Mitarbeiter*innen eines international agierenden Magazins sitzen beisammen und warten auf ihr Urteil. Was geschehen ist? Zur Feier des Black-Achievement-Monats hat Lesley für das Cover der Zeitschrift das Bild einer schwarzen Frau gezeichnet, in «ihrem eigenen Stil». Sie selbst nennt es eine Ode an dieselbe,...
