Ein wenig weniger Weltuntergang
Über die jetzige Kolumne hatte ich zuerst im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt nachgedacht – als Ansatz: Vielleicht hilft das ganze apokalyptische Sprechen und Denken am Ende ja der AfD. Die Wahl ist nun einige Wochen her, und ich komme mir naiv vor mit diesem Gedanken, denn viel einschneidender hätte die Wahl kaum ausgehen können.
Was meine ich mit apokalyp -tischen Sprechen? Das ständige Beschwören von Untergangssze -narien; dazu das Mantra: Alles ist schlecht und wird auch immer schlechter.
Die Apokalypse, die hatten doch eigentlich die Radikalen gepachtet: Kommunisten sehnen sich nach dem letzten Gefecht, Fundamentalisten nach dem jüngsten Gericht, Rechtsextremisten – ja, wonach eigentlich? Wahrscheinlich letztlich nach dem Untergang.
Das Fatale scheint mir aber, dass das apokalyptische Sprechen mittlerweile überall vorkommt. Einige Beispiele: Die aktuelle Bundesregierung wurde von Markus Söder als «letzte Patrone der Demokratie» bezeichnet. Kanzler Merz und seine Politik als «faschistisch» beschimpft von der Linkspartei, und von einer Ärztin im Fernsehen als «menschenverachtend» und letztlich verfassungsfeindlich. Überhaupt ist «unerträglich» wohl das liebste ...
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Theater heute November 2026
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Wolfram Höll
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