Ein Platz vor der Tankstelle
Boy, Cop, Mother, Dealer, Bitch und Boyfriend – das Personal in Paravidinos «Stillleben in einem Graben» entspricht den Grundbausteinen eines Krimisetzkastens. Und tatsächlich geht es in dem von Paravidino 2001 verfassten Stück ganz klassisch um eine schöne Frauenleiche. Ein Motiv, das seit jeher die grundlegende Störung der symbolischen Ordnung in der patriarchalen Gesellschaft verhandelt. Doch solche Überlegungen greifen ein wenig zu weit.
In der norditalienischen Kleinstadt dieses Bühnenkrimis, der immer wieder mit «Columbo»- und Film Noir-Anspielungen gespickt ist, soll ganz bescheiden ein Mörder gefunden werden. So führen die Ermittlungen von Inspektor Salti bewährterweise ins Drogen- und Prostituiertenmilieu, bevor es zur naturgemäß überraschenden Auflösung kommt.
Die Adaption des Krimis für die Bühne realisiert Paravidino mit monodramatischen Strukturen und lässt die gesamte Handlung in der Sprache aufgehen. Der Spannungssog funktioniert zwar einwandfrei, doch ist das Rätsel einmal gelüftet, bleibt nicht mehr viel zu entdecken, alles ordnet sich hier anstandslos und ordentlich dem Krimiplot unter.
In Monologblöcken, die mal in filmischem Erzählstil ironisch Gangsteraction ...
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