Ein immer noch sehr junges Land
Was würden wir tun, wenn wir der Bestie gegenüberstünden?», fragt das Programmheft des litauischen Showcase TheAtrium.
Würden wir gemeinsam kämpfen, «wie ein einziger Organismus», oder uns vielleicht doch lieber einfach totstellen? Und was, wenn wir entdecken würden, dass die Bestie kein äußerer Feind, sondern das Verdrängte in uns selber ist – etwas, das sich unter einer erschreckend «dünnen Schicht Menschlichkeit und Zivilisation versteckt hatte und sich plötzlich Bahn bricht»?
Angesichts der exponierten geostrategischen Lage des nur knapp 3 Millionen Menschen starken Landes Litauen liegt natürlich der Gedanke nahe, «To Meet The Beast», das Festivalmotto, als Ausdruck der tiefen Sorge vor einem russischen Überfall zu lesen. Die gemeinsame Grenze mit dem westlichen NATO-Partner Polen ist ganze 70 Kilometer lang. Das gefährdet auch die militärischen Nachschubwege. Gerade hatte die litauische Regierung bei ihren Theatern nachgefragt, was sie zur kulturellen Unterstützung der nun dauerhaft in Litauen stationierten deutschen Soldaten beitragen können, berichtet Tomas Juocys, der Intendant des Stadttheaters in Klaipeda. «Es geht bei unserem Festival aber nicht in erster Linie um ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2025
Rubrik: Festivals, Seite 45
von Anja Quickert
Wo gerade in allen Tunneln mal wieder so gar kein Licht scheinen mag, die Sparziele der Kulturpolitik immer hemmungsloser werden und Zuschauerreihen nach wie vor nicht ganz so dicht gefüllt sind, wirkt es wie eine Art offensive Themaverfehlung: Einfach mal nicht die Krisenherde der Welt auf dem Schirm haben, nicht Relevanz heischend die neuesten Debatten umgraben,...
Als Elfriede Jelineks drittes Theaterstück «Burgtheater» im November 1985 auf der Werkstattbühne des Schauspiels Bonn uraufgeführt wurde (Regie Horst Zankl), fasste Brigitte Landes ihre Eindrücke in «Theater heute» folgendermaßen zusammen: «Alles schreit nach dem Burgtheater, und das ist nun einmal nicht in Bonn.» Trotzdem fand das Stück in Österreich damals mehr...
Mit dem Motto «V is for LoVe» steht Milo Raus Freie Republik Wien bei den dortigen Festwochen unter heftigem Gefühlsdruck. Wie viel freie Liebe hat die Kunst?
Bettina Schmidt ist eine verspielte Person, sagt sie selbst, und genauso geht sie auch an ihre Rollen heran: ein Porträt
Wie sieht der American Dream aus der Sicht von Migrant:innen aus? Und was bedeutet es,...
