Ein immer noch sehr junges Land
Was würden wir tun, wenn wir der Bestie gegenüberstünden?», fragt das Programmheft des litauischen Showcase TheAtrium.
Würden wir gemeinsam kämpfen, «wie ein einziger Organismus», oder uns vielleicht doch lieber einfach totstellen? Und was, wenn wir entdecken würden, dass die Bestie kein äußerer Feind, sondern das Verdrängte in uns selber ist – etwas, das sich unter einer erschreckend «dünnen Schicht Menschlichkeit und Zivilisation versteckt hatte und sich plötzlich Bahn bricht»?
Angesichts der exponierten geostrategischen Lage des nur knapp 3 Millionen Menschen starken Landes Litauen liegt natürlich der Gedanke nahe, «To Meet The Beast», das Festivalmotto, als Ausdruck der tiefen Sorge vor einem russischen Überfall zu lesen. Die gemeinsame Grenze mit dem westlichen NATO-Partner Polen ist ganze 70 Kilometer lang. Das gefährdet auch die militärischen Nachschubwege. Gerade hatte die litauische Regierung bei ihren Theatern nachgefragt, was sie zur kulturellen Unterstützung der nun dauerhaft in Litauen stationierten deutschen Soldaten beitragen können, berichtet Tomas Juocys, der Intendant des Stadttheaters in Klaipeda. «Es geht bei unserem Festival aber nicht in erster Linie um ...
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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Festivals, Seite 45
von Anja Quickert
Es ist ein Mammutunternehmen, aber damit dem Anlass angemessen. Zur Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz melden sich die vier Theater aus Westsachsen mit dem kleinen Marathon «Inside Outside Europe» zu Wort, der jetzt in der Schauspielhaus-Interimsstätte Spinnbau zur Premiere kam.
Die Sache mit dem Interim ist allerdings ein Wermutstropfen für die Städtischen Bühnen....
Nathanael huscht die graue Wendeltreppe hinauf. Coppelius kommt, der unheimliche Freund seines Vaters, und die Kinder müssen verschwinden, ins Bett. Wo Nathanael dann hellwach liegt und lauscht. Doch ist es wirklich Coppelius, diese düstere Schreckensgestalt, die später am Tod seines Vaters beteiligt sein wird? Oder nicht vielmehr, wie dem Jungen seine Amme...
Eigentlich verwendet Regisseurin Leonie Böhm literarische Texte ja wie archäologische Ausgrabungsstätten: Bis auf ein paar Knochenfunde bleibt davon auf der Bühne wenig über. Es geht schließlich um den eigenen, gegenwärtigen Kommentar, das Stück ist da nur ein Sprungbrett. Bei «Fräulein Else» am Wiener Volkstheater funktionieren beide Stränge erstaunlich gut. Das...
