Fortwandeln ins Unwahrscheinliche

Carl Hegemann, ein furchtloser Komplize in all unserem Bestreben, die Todeserfahrung zu überleben, ist tot. Doch, was ich sag’, ist nur Gedanke

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Mit 24 war ich Theaterkritiker und mal sechs Monate lang in einem vierteiligen System gefangen. Ich hatte es mir selbst ausgedacht, auf der Basis einiger Gesangsfragmente aus dem Hölderlin-Sammelband meiner Mutter. Keller – Ebene – Gipfel – Sturz. Und dann wieder Keller. Es war also ein geschlossenes System, kreis- oder bestenfalls spiralförmig.

Ich war darin zu zwölft; zwölf kranke Könige beim Festmahl im Untergrund des Jungfrauenklosters, zwölf fliehende Forscher auf der Zugfahrt durch die Ebene von Troia, zwölf philosophierende Propheten mit Aussicht vom Dach der Welt, zwölf stürzende Schauspieler beim Osterspaziergang an der Autobahn, am Führergeburtstag.

Nicht ist es aber Die Zeit. Noch sind sie Unangebunden. Göttliches trifft Unteilnehmende nicht.

So begann beim Hölderlin-Herausgeber Friedrich Beißner der hymnische Entwurf «Die Titanen», der mir die vier Stationen meines unentrinnbaren Spirallaufs eingebrockt hatte. Nun hatte ein Rausch mich eingefangen, ein endloser Traum war mein Gefängnis, die Klarsicht blendete unerträglich. Ich arbeitete und reiste viel in dieser Zeit, suchte nach Mitwissenden oder zumindest Mitschwingenden.

In Petersburg, Amsterdam oder Stockholm, am ...

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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Akteure, Seite 26
von Matthias Pees

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