Ein Amerikaner im Abseits

Ayad Akhtar versucht in «Homeland Elegien» das Land zu verstehen, in dem er geboren ist

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Seine Kreditkarten waren schon so gut wie ausgereizt, als Ayad Akhtar vor ein paar Jahren auf der Rückfahrt nach New York die Zylinderkopfdichtung durchbrannte. Und ihn zu einem Stopp in einem Provinzkaff namens Scranton zwang, wo er den subtilen Rassismus weißer Amerikaner zu spüren bekam, die ihn in Gestalt eines örtlichen Polizisten und dessen befreundetem Werkstattbesitzer übel abgekocht haben. Die Details kann man sich sparen, aber es kostete ihn 2500 Dollar, die er nicht besaß, um nach zwei Tagen endlich wegfahren zu können.

Danach war für den Schriftsteller Akhtar alles anders, denn auf der Weiterfahrt hörte er in sich «das leise Murmeln einer kargen, klaren Wahrheit»: «Ich würde aufhören, so zu tun, als fühlte ich mich als Amerikaner.» Sprich: Er würde nicht länger so tun, «als hätte er kein Problem mit seinem Platz in Amerika».

«Homeland Elegien» ist ein schwer durchschaubares Stück Autofiktion: die letzten über 20 Jahre im Leben des Autors, und doch ein Roman. So nah an der authentischen Biografie, dass sich der Autor selbst in Interviews mit dem Erzähler verwechselt, und doch immer mit einem Rest fiktionaler Unschärfe. Fest steht allerdings: Ayad Akhtar ist Amerikaner ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Bücher, Seite 45
von Franz Wille

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