Nachruf: Die Liebe zwischen Text und Bild

Zum Tod des Grafikers und Bühnenbildners Volker Pfüller

Theater heute - Logo

Der Ende Oktober im Alter von 81 Jahren verstorbene Grafiker, Maler und Bühnenbildner war ein bildender Künstler mit literarischen Gelüsten zum Theater. Dessen Zentrum oder Herz, wie er es ausdrückte, war für ihn der Schauspieler. Zum Verständnis dieses Gedankens, meinte er, sei keine Definition der Kunst des Schauspielers nötig, «sondern es genügt die vulgäre Feststellung, dass hier kein Bild oder Objekt bewundert wird, sondern ein Mensch, der gleichzeitig zu sehen und zu hören ist. Bühnenbild und Text sind in diesem Sinne Voraussetzung für Schauspielkunst».

Der 1939 in Leipzig geborene Pfüller studierte zunächst an der Fachschule für angewandte Kunst in Berlin-Oberschöneweide und von 1960 bis 1965 an der Kunsthochschule Weißensee. Nach 25-jähriger Tätigkeit als Bühnenbildner, Plakatmaler und Buchillustrator übernahm er nach der Wende die Leitung der Abteilung Bühnenbild an seiner Ausbildungsstätte in Weißensee. Von 1997 bis 2005 lehrte er dann als Professor für Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Erste Bühnenbilder und möglichst auch die Kostüme entwarf Volker Pfüller als Gast für Inszenierungen am Hans-Otto-Theater Potsdam, am Städtischen Theater ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Klaus Völker

Weitere Beiträge
Times are changing

Gerade noch denkt man, was für ein hochästhetischer Anblick: diese abgestuften Rot- bis Rosa-Töne, durchzogen von feinen weißen Äderchen; diese Assemblagen aus popkulturellen Icons und Straßenrand-Trash, diese irgendwie geschwungenen, organischen Formen. Doch lang­sam setzen sich die Bildmotive genauer zu­sammen: bis auf leichte Fleischreste abgeschabte Knochen,...

Hannover Schauspielhaus: Diese ganze Power

Es geht um einen Wettbewerb. Am Ende wird jemand gewinnen, und für den Sieg wird mit harten Bandagen gekämpft. Sieben Teenager bewerben sich bei einem Tanz-Contest, es steht ein Ausscheidungssystem an, vielleicht gewinnt man die erste Runde in Mannheim, vielleicht auch Zürich und Rotterdam, vielleicht geht es zum Finale nach London. Kann sein. Ist auch wichtig....

Nürnberg Staatstheater: Sandhaufen Elend

Zwei Stunden sitzt die Schauspielerin Pauline Kästner fest; wie ein Häuflein Elend auf einem Sandhaufen in der Mitte der Bühne des Nürnberger Staatstheaters. Ihr Aktionsradius ist denkbar klein, Regisseur Andreas Kriegenburg hält sie an der kurzen Leine: Dieser Antigone gibt er keinerlei Chance einzugreifen. Sie mag sich winden, mag im Sand wühlen, Spuren suchen...