Ärger und Einsicht

Die neuen Theaterschließungen wegen Covid-19 sind bitter und werfen viele Fragen auf

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Der Ärger ist groß, die Einsicht noch größer. Wer sich umhört unter den Leiter*innen von Stadttheatern und Produktions­häusern, vernimmt schweres Zähneknirschen über den unerwarteten zweiten Lockdown der Bühnen. Viele fühlen ihre Häuser ungerecht behandelt.

Schließlich habe man funktionierende Hygienekonzepte vor und hinter der Bühne erarbeitet, die peinlichst genau eingehalten werden; die Freiheit der Kunst werde nicht respektiert, was noch unverständlicher ist, wenn Gottesdienste unter dem Schutz der Religionsfreiheit weiter erlaubt sind; man sei auch keine «Freizeiteinrichtung», sondern ein Ort sozialer Gemeinschaft und Auseinandersetzung.

Genau deshalb aber werden Theater-, Tanz- und Opernhäuser ja auch, anders als Restaurants oder Fitnessstudios, durch die Steuern der Allgemeinheit finanziert, und zwar selbst dann in weltweit beispiellosen Summen, wenn sie geschlossen bleiben müssen. Eigentlich klar, dass daraus auch eine besondere Verantwortung resultiert. Wohl deshalb überwiegt insgesamt die Einsicht, dass die Opfer der erneuten Theaterschließungen gerechtfertigt sind angesichts der rapide steigenden Infek­tionszahlen, drohender klinischer Überforderung, steigender ...

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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Eva Behrendt, Franz Wille

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