«Du hast gerufen, geliebter Führer!»
Die guten alten Zeiten sind wieder da: Ungarische Tageszeitungen und Magazine entrüsten sich über Performances mit politischen Inhalten und fordern dazu auf, den künstlerischen Direktor zu entlassen oder die Aufführung abzusetzen; oder sie diskreditieren mindestens den Künstler persönlich.
Als Thomas Ostermeier (im Rahmen des MITEM Festivals) seine Lausanner Inszenierung von Tschechows «Möwe» am Budapester Nationaltheater zeigte, fügte er in einer improvisierten Szene einige Anspielungen auf die Abschottung der ungarischen Grenze ein, auf die ungarische Flüchtlingspolitik und auf Viktor Orbán. Die Geschichte eines syrischen Arztes war schon in Lausanne Teil der Inszenierung, aber die ungarischen Bezüge wurden speziell für dieses Gastspiel in Budapest erfunden. Die konservative Tageszeitung «Magyar Idók» bezeichnete die Aufführung als «liberalen Agitprop» und outete Attila Vidnyánszky als Schuldigen: Die Fidesz-Partei habe ihn nicht zum Intendanten berufen, damit er solche Dinge zuließe.
Puccini und Trash
Béla Pintérs neueste Premiere im Katona József Theater, die erste außerhalb seiner freien Gruppe, ist eine Musikproduktion mit kleiner Besetzung nach Puccinis Einakter «Der ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Ausland, Seite 36
von Andrea Tompa
Aalen, Theater der Stadt
2. Goldoni, Mirandolina
R. Karin Eppler (Schloss Wasseralfingen)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. nach Grimmelshausen,
Das abenteuerliche Leben des Simplicissimus
R. Laura und Tobias Goldfarb/Lisa Quarg
Berlin, Schlosspark Theater
17. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Stefan Kleinert
28. Goldoni, Mirandolina
R. Stefan Kleinert
Coburg,...
Sieben Frauen singen. Ein Pianist darf begleiten. Und die Kunst dreht sich um sich selbst. Das ist Herbert Fritschs «Wer hat Angst vor Hugo Wolf?» am Schauspielhaus Zürich, der erste Liederabend des zurzeit radikal komischsten Universalgenies im deutschen Theater. Für diesmal begnügt sich Fritsch nicht – wie etwa in seiner Zürcher Musicalparodie auf den «Schwarzen...
Sie kleiden Kaiser und Clowns, Huren und Hausfrauen, Professoren und Proleten, Kinder und Greise. Im besten, im perfekten Falle so, dass wir nichts zu sehen glauben. Es ist wie mit der Filmmusik: Sie fällt nur auf, wenn sie nicht gefällt. Einige dicke Bücher über die Schaubühne habe ich noch einmal studiert, um mir die Arbeit von Moidele Bickel, die am...
