Des Kaisers Kleider
Sie kleiden Kaiser und Clowns, Huren und Hausfrauen, Professoren und Proleten, Kinder und Greise. Im besten, im perfekten Falle so, dass wir nichts zu sehen glauben. Es ist wie mit der Filmmusik: Sie fällt nur auf, wenn sie nicht gefällt. Einige dicke Bücher über die Schaubühne habe ich noch einmal studiert, um mir die Arbeit von Moidele Bickel, die am Pfingstmontag in Berlin starb, in Text und Bild wieder zu vergegenwärtigen. In den Stablisten ist sie namentlich aufgeführt, wie es sich gehört.
In den Kritiken aber, die in diesen Rückblickbänden ausführlich zitiert werden, um die Arbeit aller Beteiligten zu würdigen, steht so gut wie nichts über sie, die doch mit prägend war für das, was in den siebziger und frühen achtziger Jahren an der Berliner Vorzeigebühne Maßstabsetzendes passierte. Die Fotos hingegen zeigen so viel Prächtiges, so viel Schönes, ja: visuell Kluges, genau Gedachtes und Gearbeitetes bei den Kostümen, dass es keine Entschuldigung gibt für das Schweigen der Schreiber – wie etwa jene gern genommene, dass Kostümbildner doch nur bessere Einkaufsbegleiter seien. Nein, an der Schaubühne wurde gerade auch im Bereich des Kostümbilds über mehr als ein Jahrzehnt hin so ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Nachruf, Seite 20
von Michael Merschmeier
Aalen, Theater der Stadt
2. Goldoni, Mirandolina
R. Karin Eppler (Schloss Wasseralfingen)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. nach Grimmelshausen,
Das abenteuerliche Leben des Simplicissimus
R. Laura und Tobias Goldfarb/Lisa Quarg
Berlin, Schlosspark Theater
17. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Stefan Kleinert
28. Goldoni, Mirandolina
R. Stefan Kleinert
Coburg,...
Vor eineinhalb Jahren deutete Daniel Lommatzsch in dieser Zeitschrift an, dass ihn das Theater künstlerisch gar nicht mehr so wahnsinnig interessieren würde, sein Thema sei aktuell primär das Kino (TH 01/15). Wobei dieses Interesse damals schon befriedigt wurde, der gefeierte Thalia-Schauspieler steckte zum Zeitpunkt des Gesprächs tief in der Arbeit an seinem Debüt...
Nicht immer gibt es gute Argumente für Romanadaptionen auf der Bühne, und die Bereitschaft der Theater, sich mit neuen originären Stücken zu beschäftigen, könnte nach wie vor größer sein. Dennoch, in Fällen wie den beiden Münchner Mai-Premieren – «Die 40 Tage des Musa Dagh» nach Motiven von Franz Werfel am Residenztheater und «América» nach dem Roman von T. C....
