Dresden: Wenn der Wäscheberg ruft

Federico Garcia Lorca «Yerma»

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Die koitalen Bedingungen sind ausgesucht schlecht für Yerma und ihren Gatten Juan am Staatsschauspiel Dresden. Die Länge des Ess­tisches, an dem die Ehepartner – jeder an einer Stirnseite – ihre mühselige Beziehungsarbeit verrichten, liegt im gefühlten Kilometerbereich. Und selbst, wenn Deleila Piaskos Yerma in ihrem weißen Hängerchen doch mal einen Überbrückungsversuch unternimmt, indem sie aufs Möbel steigt und sich tabledancebeinschwingend aufs schwarz gekleidete Gatten-Objekt zubewegt, bleibt die Lage aussichtslos.

Wie widerwillig er seine Ehepflichten vollzieht, demonstriert Simon Werdelis’ Juan in Andreas Kriegenburgs Inszenierung nicht nur mittels maximal monotoner Hüftbereichschoreografie. Sondern er schaut, damit hier nicht etwa komplexitätssteigernde Missverständnisse aufkommen, auch dezidiert an der Sexualpartnerin vorbei ins Publikum. 

Wo schon Federico Garcia Lorcas 84 Jahre alte Kinderwunschtragödie «Yerma» nicht direkt vor Interpretationsoffenheit strotzt, wirkt Kriegenburgs Bebilderung zusätzlich plättend. Und lässt den Text, in dem die Protagonistin wegen ihrer ausbleibenden Schwangerschaft unter sozialen wie mentalen Extremdruck gerät, während ihr Mann sich ...

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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Christine Wahl

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