Bochum: Abschiedssause

Johann Nestroy «Freiheit in Krähwinkel»

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Tatsächlich: Bochum ist Krähwinkel. Da macht man Revolution und endet in sentimentaler Reaktion. Warum man Nestroys «Posse mit Gesang», die so herrlich nach allen Seiten austeilt, Revolutionäre und Reaktionäre gleichermaßen verspottet, aus dem kurzfristig revolutionierten Wien von 1848 nach Bochum verschleppt hat, ergibt sich auch aus dem ersten Teil des Titels. Um die Freiheit geht es, aber nicht um die Freiheit der Bürger, sondern um die Freiheit der Schauspieler. 

Zunächst scheint es sich noch um die Karika­tur einer Kleinstadtrevolution zu handeln.

Dumpfe Biederbürger stehen mit Jakobinermützen und Maßkrügen Schlange vor der Bierbude. Ihr Kampf für soziale Gleichheit erschöpft sich im stummen Gerangel um die Rangfolge in der Reihe. Doch dann tanzt Ultra herein. Der radi­kale Journalist ist hier eine Frau (Kristina Peters) in roten Hosen. Und die nutzt die Nestroysche Lizenz zum Extemporieren weidlich: «Ist Ihnen schon mal aufgefal­len, dass Schauspieler auf die Dauer verblöden? Woher kommt das? Und wer ist schuld am Theatersterben: die Regis­seu­re.»

Geknechtet waren sie, die armen Schauspieler, ab Juli sind sie frei. Denn dann endet die Interimsspielzeit, geleitet von ...

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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Gerhard Preußer

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