Drei-Affen-Theater

Augen, Ohren zu und Schweigen – reagiert so das Theater auf den Krieg?, fragt sich Allex. Fassberg

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Vielleicht liegt es an der Dichte der Theaterwände, die für Schallschutz sorgt. Dass Ereignisse von außen nicht hereindringen. Dass weder die Menschen darin noch die Institutionen als solche erreicht werden. Dass das zarte Zischen einer Kerze, zertreten von einem Stiefel, nicht gehört wird. (Aber natürlich nicht; zu weit weg, zu klein, zu schnell). Auch nicht das Husten von den Autoabgasen der Dutzende Polizei -wagen, als ganze Nachbarschaften und bestimmte Stadtteile zu sogenannten kbOs erklärt werden.

Nicht das Auflegen des Telefons, das Zuschlagen von Türen, die leise Landung von Emails in Posteingängen – Töne der endenden Kooperationen, die Absagen von Auftragsarbeiten, der Rückzug von Preisen, von Ein -ladungen, der Verlust von Einkünften. Weder die willkürlichen Entscheidungen von Stadt -verwaltungen, mit denen jahrhundertealte Symbole sowie Menschen und Gemeinschaften kriminalisiert werden. Noch das Erschrecken der Schüler:innen, als sie Gewalt von ihren Lehrer:innen erfahren.

Kaum das Entsetzen der freischaffenden Künstler:innen über den Versuch, die künstlerische Freiheit anzugreifen, wenn die Finanzierung des Kultursektors von politischen Ansichten abhängig gemacht wird. ...

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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 99
von Allex. Fassberg

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