Dramatiker ohne Beweise

Fausto Paravidinos «Genua 01» als Hörspiel des neuen Doku-Theaters

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Der 23-jährige Carlo Giuliani wurde in Zeitungen als erstes Opfer der Anti-Globalisierungskämpfe bezeichnet – in «Notwehr» von einem Polizisten mit zwei Kugeln in den Kopf erschossen während des G8-Gipfels in Genua Sommer 2001. Zunächst hieß es offiziell, er sei durch einen Steinwurf aus den eigenen Reihen zu Tode gekommen. 

Giuliani trug eine Badehose unter den Jeans und hatte sich an jenem Wochenende offenbar spontan entschlossen, zusammen mit seinen Freunden an der Demonstration teilzunehmen.

Möglich, dass er das zufällige Opfer einer inszenierten Polizeiaktion war, mit der Berlusconis Apparat die Kontrolle einer von diesem selbst mit herbeigeführten Eskalation unter Beweis stellen sollte. Motto: Bei solch tragischen Ereignissen muss der Staat hart durchgreifen. Was er dann auch so ausgiebig tat, dass festgenommene Demonstranten die Situation durchaus mit der des Putsches in Chile 1973 verglichen: In einer eigens für Festnahmen geräumten Schule fand eine Orgie der Gewalt und Demütigung statt, die man in Bella Italia nicht für möglich gehalten hatte.

 

Darstellung und Gegendarstellung

Fausto Paravidino, 1976 in Genua geboren und heute die bekannteste Stimme des jungen ...

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Theater heute März 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 63
von Thomas Irmer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Unter Erwählten

Folgende kleine Geschichte: Im Jahre 1908 fiel ein Meteorit aus Eis (Ljod) auf Sibirien. Ein blonder und blauäugiger Russe fand ihn, das seltsame Eis erweckte sein verhärtetes Herz, und ihm wurde ganz wohl dabei. Ein klarer Fall von Erweckung eines Auserwählten. Mit Hilfe eines Stückchens Ljod konnte er außerdem erkennen, welche Menschen außer ihm noch erwählt...

All die guten

Das Ambiente erinnert ernüchternd und nur zart überhöht an die Räumlichkeiten, in denen nicht nur vielerorts beschäftigte Bühnenbildner (hier: Bettina Meyer) vermutlich ihre feudalen Nächte zu verbringen pflegen: In subtilem Braun und Kackgrün gemusterte Auslegeware zieht sich auch noch die halbhohen Wänden hoch, Furnierholz ummantelt die sittsam getrennten...

Notizen

Preise/Auszeichnungen

Ulrich Matthes erhält für seinen George in Jürgen Goschs Berliner «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?»-Inszenierung den Gertrud-Eysoldt-Preis der Bensheimer Ringelband-Stiftung in Höhe von 10.000 Euro. Den Nachwuchs-Regiepreis (5000 Euro) teilen sich Shirin Khodadadian und Daniela Kranz. / Gerhard Stadelmaier, Theaterkritiker der FAZ, erhält...