Dramatiker ohne Beweise
Der 23-jährige Carlo Giuliani wurde in Zeitungen als erstes Opfer der Anti-Globalisierungskämpfe bezeichnet – in «Notwehr» von einem Polizisten mit zwei Kugeln in den Kopf erschossen während des G8-Gipfels in Genua Sommer 2001. Zunächst hieß es offiziell, er sei durch einen Steinwurf aus den eigenen Reihen zu Tode gekommen.
Giuliani trug eine Badehose unter den Jeans und hatte sich an jenem Wochenende offenbar spontan entschlossen, zusammen mit seinen Freunden an der Demonstration teilzunehmen.
Möglich, dass er das zufällige Opfer einer inszenierten Polizeiaktion war, mit der Berlusconis Apparat die Kontrolle einer von diesem selbst mit herbeigeführten Eskalation unter Beweis stellen sollte. Motto: Bei solch tragischen Ereignissen muss der Staat hart durchgreifen. Was er dann auch so ausgiebig tat, dass festgenommene Demonstranten die Situation durchaus mit der des Putsches in Chile 1973 verglichen: In einer eigens für Festnahmen geräumten Schule fand eine Orgie der Gewalt und Demütigung statt, die man in Bella Italia nicht für möglich gehalten hatte.
Darstellung und Gegendarstellung
Fausto Paravidino, 1976 in Genua geboren und heute die bekannteste Stimme des jungen ...
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