Die große Müdigkeit

Tschechow «Der Kirschgarten» am Staatstheater Darmstadt

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Das große Einstweh: In Tschechows «Der Kirschgarten» schwelgen die Figuren unentwegt in Erinnerungen. Sie erzählen von früher, von der Kindheit unter blauem Himmel und im weißen Blütenmeer. Als die Großgrundbesitzerin Ranjewskaja (Karin Klein) mit ihrer Tochter Anja (Aleksandra Kienitz) aus Paris in ihr einstiges und längst von Schulden belastetes Anwesen mit dem titelgebenden Biotop zurückkehrt, weil es versteigert werden soll, bahnen sich die Bilder aus der Vergangenheit noch einmal umso intensiver Raum.

Doch was ließe sich eigentlich tun? Könnte man das Domizil nicht doch irgendwie im Familienbesitz halten? Zwar schlägt der Kaufmann Lopachin (Sebastian Schulze) mehrfach vor, das Grundstück zu verpachten, stößt letztlich jedoch auf taube Ohren.

Eine überschaubare Handlung, die primär vom Erzählen lebt und von Langeweile gefährdet bleibt. Philipp Preuss sucht oder findet in seiner Inszenierung kaum Wege, die hinausführen. Während die Protagonisten in der fast dreistündigen Inszenierung ihrer Nostalgie frönen und sich in Realitätsverweigerung üben, dreht sich auf der Bühne (Sara Aubrecht) ein durch ein leuchtendes Gerüst angedeutetes, kubisches Haus. Das Kreisen steht für den ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Björn Hayer

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