Diskurs: Ochsen und Bullen
Der bunt verzierte Kopf eines Rindviehs thront auf dem Plakat mit dem Titel «Künstlerische Vielfalt und kulturelle Teilhabe als Programm? Perspektiven für Theater in der Provinz». Eine Metapher, die in der Theaterlandschaft weit mehr assoziiert als Spielorte hinter Rinderweiden im ländlichen Raum. Das Alpha des griechischen Alphabets symbolisiert die Hörner des Stiers, der seine Freiheit eingebüßt hat, denn der Querstrich im Buchstaben A ist sein Joch. Der Bulle ist also domestiziert und kastriert, somit ein Ochs.
Die Frage, wer der tonangebende Bulle und wer der domestizierte Ochse im Theater ist, wurde auf der vom Landestheater Schwaben in Memmingen (Silvia Stolz) und dem Institut für Kulturpolitik der Uni Hildesheim (Wolfgang Schneider, Katharina Schröck) organisierten Tagung heftig diskutiert. Die anwesenden Theaterleitungen sonnten sich, wenn überhaupt, dann nur noch ansatzweise in ihrer künstlerisch-autonomen Alleinherrschaft und schienen sich von Kulturvermittlern und der Freien Szene befruchten zu lassen; Gruppierungen, denen gerne mal Autonomiepotenz und Hochkulturstatus aberkannt wird und die so – bleibt man in der Metaphorik – traditionell eher den Ochsen zugeordnet ...
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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Julius Heinicke
Es sieht nicht gut aus, das globale Ökosystem. Mit gesichtskonturverflachenden Masken, dazu Basecaps, auf denen «I love Bingo» steht (wobei das Verb neckisch durch ein rotes Herz ersetzt ist) oder Sweatshirts mit der sachdienlichen Information «Everything sucks» tritt es auf der Bühne des Wiener Schauspielhauses zusammen, schickt ab und zu mal einen...
Figuren:
Das gesamte Ökosystem
es beinhaltet
Den Vorsänger
1 Spieler_in
Die Stimme Ö1
Die Stimme Ö2
Die Stimme Ö3
je 1 Spieler_in, die gleichzeitig (einige der) folgen-
de(n) spielen können
Sarah Taylor
Jeff Bremer
Matt Nobile
Marc Andrews
Tyler Hadley
Mary-Jo Hadley
Ricardo Acevedo
Michael Mandell
Nevin Yıldırım
Nurettin Gider
Nils Donath
Nils’ Freundin
Die...
Es ist eine Art Lackmustest für Jo Fabian, der seit dieser Spielzeit neuer Schauspieldirektor in Cottbus ist und das Publikum für seine Art von Theater erst noch gewinnen will und muss. Nach zwei eigenen Regiearbeiten – «Wilhelm Tell» und «Onkel Wanja» –, die sich beide an klassischen Dramentexten orientieren, ruft er nun zum Aufbruch, zur «Terra In Cognita». Ein...
