Dieser effiziente Mehdornismus!
Was ist ein Ensemble? Ist das ein zusammengewürfelter Haufen? Oder maßgeschneidert gecastet? Sind das lauter Individuen oder ein Haufen plus Star? Sind es lauter Stars? Es gibt so viele unterschiedliche Aspekte! Ich erwarte inzwischen von den Schauspielern, dass sie selbständig spielen, Vorschläge machen, dass sie Künstler sind – Schauspielkünstler, Körperkünstler –, die sich was trauen, und nicht «reproduzierende» Künstler, wie das einem früher an der Schauspielschule gesagt wurde.
Diese Selbständigkeit funktioniert aber nur, wenn wir uns miteinander entwickeln: Dann wird daraus ein Ensemble, eine Bande, eine Gang.
Was ich nicht erwarte ist, dass diese Schauspieler mit allen Regisseuren, die an einem Haus inszenieren, gleich gut arbeiten können. Ich halte es im Gegenteil für ziemlich tödlich, wenn Schauspieler so einen Bauchladen mit sich rumtragen und daraus verschiedene Styles anbieten können, heute Fritsch, morgen Stemann und zwischendurch noch einen Ostermeier. Diese Flexibiliät gleicht die Profile der Ensembles an, macht sie austauschbarer. Ich glaube an das Individuelle eines Schauspielers, an das Besondere, das ihn ausmacht, aber auch an das Prinzip der Commedia dell’Arte. ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 65
von Herbert Fritsch
Nach seinen ersten beiden Stücken «am beispiel der butter» und «dosenfleisch», ist «der herzerlfresser», eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Leipzig, nun bereits der dritte Text, den der Autor Ferdinand Schmalz nicht nur einem Publikum mit speziellen kulinarischen Gelüsten schenkt.
Ein neues Einkaufszentrum entsteht, auf Sumpf gebaut, in einer Kleinstadt, die...
A
Petra Afonin
Schnabeltassen
(Württembergische Landesbühne Esslingen)
Thomas Arzt
Totes Gebirge (Theater in der Josefstadt)
Werthers große Liebe. Oder schick mir die Pistole, Baby
(Theater Phönix)
Auftrag:Lorey
Back to black (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
B
Hans op de Beeck
Die Leere nach dem Fest (Schauspiel Frankfurt)
Sibylle Berg
Und dann kam Mirna...
Gestern war Verabschiedung. Sandro Tajouri und Sebastian Schindegger verlassen zum Ende der Spielzeit das Ensemble, beide aus persönlichen Gründen und schweren Herzens. Da standen dann nach der gestrigen Vorstellung vierzig, fünfzig Menschen auf dem Theaterhof und begrüßten die beiden johlend und mit Wunderkerzen in der Hand. Sascha von der Beleuchtung hatte einen...
