Dieser effiziente Mehdornismus!

Herbert Fritsch vermisst die Lust im Theater

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Was ist ein Ensemble? Ist das ein zusammengewürfelter Haufen? Oder maßgeschneidert gecastet? Sind das lauter Individuen oder ein Haufen plus Star? Sind es lauter Stars? Es gibt so viele unterschiedliche Aspekte! Ich erwarte inzwischen von den Schauspielern, dass sie selbständig spielen, Vorschläge machen, dass sie Künstler sind – Schauspielkünstler, Körperkünstler –, die sich was trauen, und nicht «reproduzierende» Künstler, wie das einem früher an der Schauspielschule gesagt wurde.

Diese Selbständigkeit funktioniert aber nur, wenn wir uns miteinander entwickeln: Dann wird daraus ein Ensemble, eine Bande, eine Gang.

Was ich nicht erwarte ist, dass diese Schauspieler mit allen Regisseuren, die an einem Haus inszenieren, gleich gut arbeiten können. Ich halte es im Gegenteil für ziemlich tödlich, wenn Schauspieler so einen Bauchladen mit sich rumtragen und daraus verschiedene Styles anbieten können, heute Fritsch, morgen Stemann und zwischendurch noch einen Ostermeier. Diese Flexibiliät gleicht die Profile der Ensembles an, macht sie austauschbarer. Ich glaube an das Individuelle eines Schauspielers, an das Besondere, das ihn ausmacht, aber auch an das Prinzip der Commedia dell’Arte. ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Ensemble-Konsens, Seite 65
von Herbert Fritsch

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