Die toten Kunden

Ferdinand Schmalz «der herzerlfresser»

Theater heute - Logo

Nach seinen ersten beiden Stücken «am beispiel der butter» und «dosenfleisch», ist «der herzerlfresser», eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Leipzig, nun bereits der dritte Text, den der Autor Ferdinand Schmalz nicht nur einem Publikum mit speziellen kulinarischen Gelüsten schenkt. 

Ein neues Einkaufszentrum entsteht, auf Sumpf gebaut, in einer Kleinstadt, die mit Leben gefüllt werden soll.

Ein Treffpunkt soll dieser Ort werden, an dem sich die Menschen begegnen, wieder zueinander finden und vielleicht im Flanieren durch die Geschäftspromenaden auch noch für einen finanziellen Aufschwung sorgen. Doch noch vor der Eröffnung geschieht Merkwürdiges: Es werden Frauenleichen gefunden, denen das Herz entnommen wurde. Die Öffentlichkeit darf nichts davon erfahren, sonst ist das ganze Versprechen einer blühenden Zukunft dahin. Der Gangster Andi ist Nachtwächter und nimmt sich der Ermittlungen an. Beauftragt vom Acker Rudi, dem Bürgermeister, entsorgt er mehr schlecht als recht die Leichen. Die Morde erinnern an einen steirischen Mythos, wonach ein junger Mann gehört hatte, dass er sich unsichtbar machen könne, wenn er die Herzen von sieben Jungfrauen verzehre. Sechs tötete er, dann ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 192
von Esther Holland-Merten

Weitere Beiträge
Der Druck im Brustkorb steigt

Ein großbürgerliches Wohnzimmer un­serer Zeit. Altbau. Europa. Die Leute, die hier wohnen, haben Geschmack, sie verbinden gekonnt Modernes mit Altem, sie haben genug Geld, aber es muss auch nicht alles perfekt sein. Ikea trifft Biedermeier und Charles Eames und Flohmarkt. Sie lesen Bücher, sie haben studiert.» Pointiert skizziert Roland Schimmelpfennig den...

Mannschaftsdienlicher Individualismus

Gestern war Verabschiedung. Sandro Tajouri und Sebastian Schindegger verlassen zum Ende der Spielzeit das Ensemble, beide aus persönlichen Gründen und schweren Herzens. Da standen dann nach der gestrigen Vorstellung vierzig, fünfzig Menschen auf dem Theaterhof und begrüßten die beiden johlend und mit Wunderkerzen in der Hand. Sascha von der Beleuchtung hatte einen...

Die verschworene Truppe

Je länger ich über dieses schöne französische Wort Ensemble nachdenke und vor allem darüber, was es meint, umso unwirklicher wird es für mich. Ich habe mehr Fragen als Antworten. Gab es je schon einmal wirklich ein Ensemble? Ist Ensemble überhaupt möglich? Oder ist es ein Sehnsuchtsbegriff, ein Unerreichbarkeitswort, wie Freiheit, Glück, Frieden?

Ich habe in meinem...