Die Welt nehmen, wie sie ist
Zwei Abende, zwei Spielstätten. Kein Wunder, dass es gestern im Akademietheater der Burg so dunkel gewesen sei, meint eine Zuschauerin beider Inszenierungen. Das große Haus habe alles Licht gehortet. Klingt etwas seltsam, leuchtet aber dennoch ein, denn Barbara Freys Robert-Walser-Abend «Der irrende Planet» und Bastian Krafts Umsetzung der Nestroy-Posse «Zu ebener Erde und erster Stock» wirken wie Negative voneinander. Erst leise, nachtschwarz und melancholisch, dann laut, grell und im Showmodus – wie ein TikTok-Video, aber ein zweieinhalbstündiges.
Menschen mit Hypersensibilität sei dringend die umgekehrte Reihenfolge nahegelegt: Dann können sie sich von Herrn Kraft bei Frau Frey erholen.
Der Zugriff der Schweizerin, die bis 2019 das Schauspielhaus Zürich und dann drei Jahre lang die Ruhrtriennale leitete, kommt bei den Texten von Landsmann Robert Walser gut zur Geltung. 1878 in Biel geboren, gilt Walser als Vertreter der sogenannten Angestelltenliteratur: keine große Heldenreisen, dafür präzise, oft hintergründige Alltagsbetrachtungen. Neben vier Romanen verfasste er vor allem Kurzprosa, die vom Fachpublikum gewürdigt wurde, ihm aber nie Geld einbrachte.
Gefährliche ...
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Theater heute März 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Martin Thomas Pesl
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