Ein Sportstückerl

Miriam Unterthiner «Mundtot» (U) am Schauspielhaus Wien

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Bei der Beachhandball-EM 2021 in Bulgarien wurden die Norwegerinnen mit einer Geldstrafe belegt, weil sie nicht in den vorgeschriebenen knappen Bikinihöschen, sondern in bequemen Shorts angetreten waren. Bei der Siegerehrung der Frauenfußball-WM 2023 wurde die spanische Spielerin Jennifer Hermoso von ihrem Verbandschef auf den Mund geküsst. Zwei bekannt gewordene Beispiele für Sexismus im Leistungssport, die auch in Miriam Unterthiners Stück «Mundtot» angeführt werden.

Die Südtiroler Autorin (geb.

1994), die als Jugendliche selbst Handballerin war, dekliniert darin in atemlosen Halbsatzreihen verschiedene Aspekte des Themas durch. Der Trainer, der seiner Spielerin zu nahe kommt («Zu viel Hand an ihr. Zu viel Mann an ihr»). Der Arzt, der die Patientin bei der Untersuchung wie zufällig berührt («Ich versuche zu denken, dass das hier nichts Ungewöhnliches»). Dass den jungen Sportlerinnen der eigene Körper zunehmend fremd wird, kann man daran ablesen, dass aus dem Körper irgendwann, nun ja, ein «KörpEr» wird (so wie aus dem Trainer ein «TrainEr» wird).

Das Stück entstand im Rahmen des Hans-Gratzer-Stipendiums und wurde 2025 mit dem Hans-Gratzer-Preis ausgezeichnet, der mit einer ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Wolfgang Kralicek

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