Time out of my mind
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch gute Musik, Musik, die Peter Handke gefallen würde. Und mir gefällt. Obwohl ich doch ein wenig jünger bin als Peter Handke (Handke ist Jahrgang 1942, sechs Jahre jünger als meine Mutter).
Bisweilen höre ich dort neben vielen schönen neuen Songs (die Musikredaktion ist tatsächlich noch eine Redaktion dort) einen Song von Van Morrison und denke, wo kommt das jetzt her. Den kenne ich gar nicht. Bisweilen spielen sie auch neue Songs von Bob Dylan. Welcher Sender tut das noch. Und ich ertappe mich dabei, dass ich die letzten Alben von Dylan noch gekauft, aber nicht mehr gehört habe. Bei Van Morrison ist das anders, da habe ich schlicht den Überblick verloren, wann und mit wem er welche Alben aufgenommen hat. Stimmt auch wieder nicht, man muss ja nur googeln: «Im März 2015 veröffentlichte Van Morrison eine Werkschau in ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Michael Börgerding
Der Titel des neuen Stücks von Jonas Hassen Khemiri ist ein kleines mathematisches Zeichen: ≈ [ungefähr gleich]. Damit wird das mittlere der drei großen, nach wie vor uneingelösten republikanischen Versprechen «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» in den Blick genommen. Es sind große Fragestellungen, die, wie der Autor selber sagt, «das Schreiben beeinflusst...
Es gibt Dinge, die kann man nicht oft genug sagen. Guten Tag, zum Beispiel. Wer höflich ist, sagt das ziemlich oft.
Dusan David Parizek kann ausgesucht höflich sein. In seinen Inszenierungen, die seit bald fünfzehn Jahren an den großen deutschsprachigen Häusern zu sehen sind, sagen deshalb Schauspieler zu Zuschauern «Guten Tag», nicken den Besuchern zu und stellen...
Dem Verständnis, das Politiker unterschiedlicher Couleur den Ängsten vor «Überfremdung» und «Islamisierung» entgegenbringen, weil man «die Sorgen der Bürger ernst nehmen» müsse, kann man erwidern: Nicht jede Angst ist berechtigt, und nicht jede Angst führt zum Recht. Der Soziologe Heinz Bude spricht in diesem Zusammenhang davon, dass ein ethnisch homogenes Milieu...
