Der lange Schatten der Twin Towers

Ayad Akhtar «Geächtet (Disgraced)»

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Schlicht nine/eleven heißt es in englischsprachigen Texten, wenn jenes Ereignis benannt wird, das sich als Bild der einstürzenden Türme in unser Bewusstsein gesetzt hat. Die Folgen dieses Tages sind kaum absehbar, und sie sind von Dauer. Auch wenn die Kriegsschauplätze und die Konfliktlinien wie in Afghanistan, Irak und nun auch in Syrien wechseln, der Mentalitätswandel, der den «Krieg gegen den Terrorismus» begleitet, hat sich festgesetzt.

Auf jedem Flughafen dieser Welt merken wir es, wenn wir nicht schon aufgehört haben, uns darüber zu wundern, dass etwa Kosmetikfläschchen als Waffen behandelt werden.  

Der Patriot Act hat in den USA diese neue Bedrohungsmentalität in legislative Formen ge­gossen, und auch in Europa wird beständig die Abwägung zwischen Freiheitsrechten und Sicherheitsinteressen neu vollzogen – die USA bleiben der Taktgeber für das politische Selbstverständnis der westlichen Welt. Andererseits blicken die Amerikaner, wie auch andere klassische Einwanderungsländer, auf eine lange Tradition von Mi­gra­tion zurück.

 

Dass Deutschland sich erst jetzt mühevoll dazu durchringt, sich als Einwanderungsland zu begreifen, macht diesen Erfahrungsvorsprung umso deutlicher. ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 175
von Jörg Bochow

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