Die röhrenden Kerle

Shakespeare «Macbeth» (Pfauen), Schimmelpfennig «Hier und Jetzt»

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Der Anfang ist ein klassisches Nübling-Gewitter. Rund 20 wildgewordene Börsianer, die im Rudel rennen und schreien und die Fäuste recken. Dazwischen die kleine Katharina Schmalenberg als Lady Macduff, die eiskalt sinkende, dann steigende Aktienkurse ausruft. Dann tritt ein ruhiger, guruhafter Duncan ins junge Gebrüll, denkt laut über seinen Nachfolger nach und erklärt die Marktwirtschaft – Siggi Schwientek macht das mit hinterhältiger Würde. Über den Köpfen der Männer, auf einer riesigen Anzeigetafel, rattern jetzt keine Zahlen mehr, sondern Buchstaben.

KING und KILL hat Bühnenbildnerin Muriel Gerstner übereinander gestellt. Macbeths Widersacher Malcolm ist zweifach besetzt: Es geht hier nicht mehr um Individuen. Nur noch um Gewinner-Strategien und Verlierer, klar, schnell, elektrisierend.

Doch dann erobert sich das Stück peu à peu wieder das alte Königsdramen-Territorium zurück, das Nübling doch so frech in eine zeitgenössische Börse übersetzen wollte. Die Deutungen schwanken von Zwischenhochs – Lady Macduffs unterkühlter Totengräber-Song zu den Zeilen von «Fair is foul and foul is fair» – zu echten Baissen. Elend lange ist da zum Beispiel der lustige Pförtner (Tim Porath) mit ...

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Theater heute Juni 2008
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Simone Meier

Vergriffen
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