Die richtigen Knöpfe
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben wir uns totgesiegt.» Diesen Satz möchte der Historiker Philipp Blom «gerade den linken, liberalen Intellektuellen» zur Eröffnung der Intendanz Johan Simons ins Stammbuch schreiben: Das Bewusstsein, aus einer Position der Macht und der Privilegien zu sprechen, zu lehren, politische Kunst zu machen, war in der Tat lange Zeit nicht sonderlich ausgeprägt.
Schließlich war die linksliberale Elite nicht nur davon überzeugt, in ihrem Einsatz für Menschenrechte, mehr Demokratie und Kritik am Kapitalismus auf der Seite der Benachteiligten für eine bessere Welt zu kämpfen. Sie identifizierte sich auch weder mit dem Kapital noch mit den traditionellen, konservativen Eliten. Doch obwohl ihre Macht mehr kulturell als materiell war, hat sie die soziale Spaltung der globalisierten Gesellschaften nicht verhindern können: Das weltweite Erstarken rechtsnationaler Kräfte deutet Blom jedenfalls eindeutig als Aufstand gegen eben jene liberalen Eliten.
Aber was folgt daraus für die Kunst? Muss sie wieder klassenkämpferischer werden und jede Identitätsagenda über Bord werfen, wie der Berliner Dramaturg und #Aufstehen-Vordenker Bernd Stegemann fordert? Oder ist es klüger, ...
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