Brecht erzählen

Stephen Parker schreibt eine neue große Biografie des unstillbar widersprüchlichen B. B.

Im Jahr seines 120. Geburtstages sind eine Flut von neuen Titeln sowie einige Filme über Leben und Werke von Bertolt Brecht erschienen. Der Erfolg der «Dreigroschenoper» und ihrer Songs war nie zu bremsen, Brechts nachträgliche Versuche, den Stoff politisch zu verschärfen, ihm antikapitalistische Tendenzen beizu­mischen, wurden aber selten besonders ernstgenommen und von der Mehrheit der Literatur- und Theaterkritiker abgelehnt. G. W.

Pabsts Verfilmung der «Dreigroschenoper» setzte sich trotz Brechts Einwänden durch, sein Drehbuch «Die Beule» und seine spannend zu lesende «Dreigroschenprozess»-Polemik blieben so unwirksam wie das nachgereichte Stück «Happy End», obwohl es in musikalischer Hinsicht eher noch besser als «Die Dreigroschenoper» war und alle Rollen glänzend besetzt waren.

Hundert Jahre danach wird nun dem gesamten «Dreigroschenoper»-Komplex eine enorme Beachtung zuteil, während andere Brecht-Stücke zwar noch routiniert inszeniert, aber in ihrer künstlerischen Besonderheit und strukturellen Vielgestaltigkeit nicht ausgeschöpft werden und zu keiner Wirkung mehr gelangen. Bei den Versuchen, Brecht nur opportunistisch unserer Gegenwart anzupassen, ihn als Erfolgsdroge ...

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Theater heute Dezember 2018
Rubrik: Büchermagazin, Seite 63
von Klaus Völker