Die Nummer Eins
Sie war sehr klein. Sie war sehr groß. Sie war die Größte. Erna Baumbauer managte nur die Besten. Eine kleine, zierliche Frau, die sich auch von Regisseur Stephen Spielberg nichts sagen ließ, geschweige denn von irgendeinem Hollywood-Produzenten. Um ihre Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfte sie wie eine Löwin. «Die Königin von Bayern», diesen liebevollen Titel verlieh ihr Ulrich Mühe bei einer der vielen Ehrungen, mit denen sie – spät – überhäuft wurde: Bundesverdienstkreuz, Bayerischer Verdienstorden, Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.
Eigentlich wollte sie keine Schauspielerinnen managen, weil sie grundsätzlich Männer lieber mochte, «weil ich mit ihnen flirten kann».
Die erste Ausnahme: Elisabeth Flickenschildt. Von der sie später einen Bauernhof übernahm im Chiemgau, Schauplatz legendärer Sommerfeste. Die zweite Ausnahme: Ingrid Andree: «Sie hat jeden Vertrag für mich gemacht, bis heute.» Wen Erna Baumbauer als Klienten erkor, der wurde betreut in allen Lebenslagen. Sie war als Erste in Hamburg im Krankenhaus, als Ingrid Andree ihre Tochter Susanne Lothar bekam; sie flog jahrelang nach London, um einen ihrer Schauspieler im Gefängnis zu besuchen.
Erna Baumbauer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Stück ist eine Irritation. Vor zwei Jahren hatte es seine Uraufführung in Kopenhagen, und schon damals muss es wie aus der Zeit gefallen gewirkt haben. Ein Eindruck, der nun, bei der deutschsprachigen Erstaufführung, noch stärker ist. Alexander Nerlich inszenierte Dejan Dukovskis «Leere Stadt» im Marstall-Theater des Bayerischen Staatsschauspiels in München,...
Ein bisschen Abwechslung muss sein! Und immer Berlin ist auch langweilig. Also zieht es DT-Hausregisseur Andreas Kriegenburg mit Goldonis «Diener zweier Herren» nach Frankfurt, und Gorki-Chef Armin Petras verschlägt es erstmalig an die Münchner Kammerspiele. Auch in seinem Doppelprojekt «Krieg» meldet sich, neben Kleists tragischem «Robert Guiskard», Goldoni zu...
Der Regisseur Volker Lösch ist kein Mann der leisen Töne. Das kann man an der Spur von Skandalen ablesen (Hamburger Millionärsadressen, Dresdner Sabine-Christiansen-Verdammung), die seinen Weg durch den deutschen Theaterbetrieb weist. Und man kann es an der Wortwahl des Regisseurs erkennen, der bei den Proben zu einer «Medea»-Inszenierung in Stuttgart, bei der...
