Die Nummer Eins

Die Schauspielagentin Erna Baumbauer ist gestorben

Theater heute - Logo

Sie war sehr klein. Sie war sehr groß. Sie war die Größte. Erna Baumbauer managte nur die Besten. Eine kleine, zier­liche Frau, die sich auch von Regisseur Stephen Spielberg nichts sagen ließ, geschweige denn von irgend­einem Hollywood-Produzenten. Um ihre Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfte sie wie eine Löwin. «Die Königin von Bayern», diesen liebevollen Titel verlieh ihr Ulrich Mühe bei einer der vielen Ehrungen, mit denen sie – spät – überhäuft wurde: Bundesverdienstkreuz, Bayerischer Verdienstorden, Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.

 
 

Eigentlich wollte sie keine Schauspielerinnen managen, weil sie grundsätzlich Männer lieber mochte, «weil ich mit ihnen flirten kann». 
 

Die erste Ausnahme: Elisabeth Flickenschildt. Von der sie später einen Bauernhof übernahm im Chiemgau, Schauplatz legendärer Sommerfeste. Die zweite Ausnahme: Ingrid Andree: «Sie hat jeden Vertrag für mich gemacht, bis heute.» Wen Erna Baumbauer als Klienten erkor, der wurde betreut in allen Lebenslagen. Sie war als Erste in Hamburg im Krankenhaus, als Ingrid Andree ihre Tochter Susanne Lothar bekam; sie flog jahrelang nach London, um einen ihrer Schauspieler im Gefängnis zu besuchen.
 

Erna Baumbauer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2010
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Ulrike Kahle-Steinweh

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wölfische Zeiten

Dea-Loher-Rezipienten lassen sich pauschal in zwei Gruppen teilen. Die einen, nennen wir sie Realisten, finden nach der Lektüre oder dem Besuch ihrer Stücke: So ist das Leben. Spätestens unterm Strich sind wir schließlich alle Enttäuschte, Traumatisierte, Gekränkte, Versehrte, vom Schicksal Betrogene und irgendwann Tote, und Dea Lohers Dramatik verleiht dieser...

Wenn die Hoffnung zum Debakel wird

In der Regel formulieren wir unsere Erwartungen für die nähere und fernere Zukunft auf der Grundlage von Linearitätserwartungen: Ein Mehr an Investition wird nach gewisser Zeit auch zu einem Mehr an Erträgen führen, mehr Wissen ist die Grundlage größerer Bildung, und dementsprechend erwarten wir auch von einer Politik der Demokratisierung eine Ausdehnung und...

Schlimm, ganz schlimm

Früher wurden noch Witze über Ostfriesen, Blondinen, Politiker oder die DDR gerissen – heute ist der Gutmensch die Zielscheibe des gepflegten Spotts. Denn hinter dem Anspruch, auch noch die beste aller Welten zu verbessern, vermuten Skeptiker nicht ganz zu Unrecht unlautere Motive. Autorin Ingrid Lausund macht gleich fünf solcher selbsternannter Menschheitsretter...