Die maskierte Gesellschaft
Der Kampf mit einem «unsichtbaren Feind» (Zitat u.a. Angela Merkel) bringt uns alle in Lebenssituationen, die gleichermaßen ungewohnt wie ungemütlich sind, und so fremdeln wir alle – mehr oder weniger elegant, mehr oder weniger gekonnt – mit dem «neuen Normal» der (Post-)Corona-Realität. Sichtbares Accessoire dieses Kampfes, gewissermaßen Signum der eigenen Gutwilligkeit und Wehrhaftigkeit, ist die Gesichtsmaske, der «Mund-Nasen-Schutz» geworden. Die bisweilen leichthin geworfene Abkürzung MNS suggeriert eine Professionalität, die in der Wirklichkeit keine Einlösung findet.
Dabei sind die neuen Masken, die oftmals in Heimarbeit unter Aufbietung verschütteter handarbeitlicher Kenntnisse hergestellt wurden, zunächst einmal sichtbares Zeichen von Mangel und Verlegenheit gewesen: Da der Bedarf an professionellen medizinischen Masken nicht zu decken war, erging der Aufruf zur Heimarbeit, und so ist das öffentliche Bild geprägt von einer Farben- und Formenvielfalt, die bisweilen der Ernsthaftigkeit der Situation zuwiderzulaufen scheint.
Neben der medizinisch-naturwissenschaftlichen Diskussion um Sinn- und Zweckhaftigkeit der neuen Masken erhebt sich aber eine ganz andere Diskussion um ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Essay, Seite 28
von Peter W. Marx
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Kurz vor Spielzeitende geht doch noch mal was – und die Münchner Kammerspiele, die im rasanten Schlussspurt von Matthias Lilienthals zunehmend erfolgreicher Intendanz vom Virus so abrupt ausgebremst worden waren, sind schon am ersten Tag nach der Corona-Zwangspause gleich mit zwei pandemietauglichen Premieren am Start, deren Probenbeginn noch vor der Krise lag und...
Es ist ein Glücksfall für Adrienne Goehler, die Herausgeberin dieses Buches, dass das bedingungslose Grundeinkommen in der derzeitigen ökonomischen Situation wieder mehr diskutiert wird. Dabei hat Goehler auch sonst nie Scheu gezeigt, über Dinge zu sprechen, die gerade nicht auf der Tagesordnung stehen, und häufig wählt sie dabei einen Ansatz, den andere etwas...
