Die maskierte Gesellschaft

Die Corona-Maske als Zeichen der Rücksicht und soziales Element hat viele Vorläufer und Bedeutungen: eine theaterhistorische Spurensuche

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Der Kampf mit einem «unsichtbaren Feind» (Zitat u.a. Angela Merkel) bringt uns alle in Lebenssituationen, die gleichermaßen ungewohnt wie ungemütlich sind, und so fremdeln wir alle – mehr oder weniger elegant, mehr oder weniger gekonnt – mit dem «neuen Normal» der (Post-)Corona-Realität. Sichtbares Accessoire dieses Kampfes, gewissermaßen Signum der eigenen Gutwilligkeit und Wehrhaftigkeit, ist die Gesichtsmaske, der «Mund-Nasen-Schutz» geworden. Die bisweilen leichthin geworfene Abkürzung MNS suggeriert eine Professionalität, die in der Wirklichkeit keine Einlösung findet.

Dabei sind die neuen Masken, die oftmals in Heimarbeit unter Aufbietung verschütteter handarbeitlicher Kenntnisse hergestellt wurden, zunächst einmal sichtbares Zeichen von Mangel und Verlegenheit gewesen: Da der Bedarf an professionellen medizinischen Masken nicht zu decken war, erging der Aufruf zur Heimarbeit, und so ist das öffentliche Bild geprägt von einer Farben- und Formenvielfalt, die bisweilen der Ernsthaftigkeit der Situation zuwiderzulaufen scheint.

Neben der medizinisch-naturwissenschaftlichen Diskussion um Sinn- und Zweckhaftigkeit der neuen Masken erhebt sich aber eine ganz andere Diskussion um ...

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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Essay, Seite 28
von Peter W. Marx

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