Die letzten Vermächtnisse der Menschheit
Es ist schön, dass Markus Heinzelmann seine jahrelang in Jena geschärfte Lust an der hemmungslosen dramatischen Übertreibung nun wieder öfters auch an anderen Stadttheatern ausleben darf. Wolfram Lotz’ «Einige Nachrichten an das All» kommen da gerade recht, und Heinzelmann greift in die volle Absurditäten-Kiste, lässt es ohne Rücksicht auf Geschmacksverluste ordentlich krachen in diesem Spiel über die ziemlich überschätzte Bedeutsamkeit des menschlichen Daseins.
Es macht ja gar keinen Sinn, hier erst lange nach einem solchen, zumal noch tieferen zu suchen.
Lotz will uns nur zeigen, dass alles längst zu spät ist: «Wir befinden uns in einer Explosion, Ihr Ficker.» Die Erde ist also unbewohnbar wie gewohnt, ob das noch irgendjemandem in diesem Universum interessieren könnte, ist zweifelhaft. Gleichwohl gebietet die Jahrtausende eingeübte Überheblichkeit der Selbst-Gekrönten dieser Schöpfung es, alle Außerirdischen zumindest ein letztes Mal zu grüßen und ihnen ein Erbe unserer sagenhaften Intelligenz, Beispiele unserer geistig-moralischen Errungenschaften zu hinterlassen.
Das Theaterumfeld (Lotz schlägt die Atmosphäre eines Foyers vor, in dem grausam ernsthaft ein Krippenspiel, also ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack
Auch nach diesem «Idiot» muss leider die Frage ungeklärt bleiben, ob Dostojewskij, in dessen großen Romantragödien sehr viel geredet wird, fürs Theater taugt. Er wird seit Castorf, der seinen Zyklus 1999 begann, viel gespielt, und es könnte sein, dass er ein verhinderter Dramatiker war, wie Vladimir Nabokov in allerdings gehässiger Absicht meinte. Es könnte aber...
Rund 100 Lichtstimmungen für etwa 70 Minuten Hörspiel? Das kann, selbst bei Aufzeichnung vor Publikum, keine gewöhnliche Radioproduktion sein. War es auch nicht: Zum zehnjährigen Bestehen gönnten sich die ARD-Hörspieltage das Experiment, Robert Wilson zur ersten Hörspielarbeit seiner Laufbahn einzuladen. Das bescherte dem seit 2006 im Karlsruher Zentrum für Kunst...
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
Re...
