Legenden des Leidens
Das Theater Bremen entwickelt sich zur Recyclinganstalt für Texte von Elfriede Jelinek: Im März inszenierte Alexander Riemenschneider die Uraufführung von «Aber sicher!», ein Abfallprodukt der Finanzkrisenkomödie «Die Kontrakte des Kaufmanns», jetzt richtete Mirko Borscht die Uraufführung von «Tod-krank.Doc» ein, geschrieben ursprünglich für Christoph Schlingensiefs Ready-made-Oper «Mea Culpa».
Die Theaterlegende Jelinek hatte ihr jüngstes älteres Stück ursprünglich einer anderen Theaterlegende auf den todkranken Leib geschrieben: dem 2010 verstorbenen Christoph Schlingensief. Nachdem bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert worden war, hatte er sein Leiden offensiv in seiner Kunst thematisiert: zunächst in dem szenischen Bericht «Der Zwischenstand der Dinge», dann in dem Fluxus-Oratorium «Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir», schließlich in der Ready-made-Oper «Mea Culpa». Für diesen Abschluss der Triologie war «Tod-krank.Doc» gedacht, doch Schlingensief verwendete nur einzelne Sätze. Jelinek sperrte sich fortan gegen eine Uraufführung durch einen anderen Regisseur. Nur Karin Beier durfte 2010 ein Teilstück für ihre vielgepriesene Produktion «Das Werk/ Im Bus / Ein Sturz» am ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Starts/Aufführungen, Seite 22
von Tobias Becker
Eine gute Stunde bin ich jetzt in Weißrussland und fahre auf der Straße nach Minsk. Rechts geht es ab nach Moskau, genau 700 Kilometer, sagt das Verkehrsschild. Nicht viel weiter, gute 1.000 Kilometer, ist es nach Berlin. Trotzdem wird es nur noch ein paar Minuten dauern, bis ich das erste Mal deutlich spüre, wie fremd das Land ist, in dem ich gerade gelandet bin.
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Das Gespräch im kleinen Cafe Koha um die Ecke vom Leicester Square schiebt Crimp zwischen zwei Probenbesuche in Hamburg. «Karriere-Management», zuckt der Autor ergeben lächelnd die Schultern, «aber ich bin gern bei Proben dabei, und zwischendurch habe ich immer noch Zeit für den Schreibtisch.» Seit über zwanzig Jahren gehört Crimp zum britischen...
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