Die Inszenierung des Jahres
Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung hat es niemand leicht gemacht: Fast wäre sie im Deutschen Theater gar nicht herausgekommen, und auch bei der Auswahl des Theatertreffens mochte sich die Jury nicht zu einer Nominierung durchringen. Unsere Kritikerumfrage hält dagegen und wählt das Drama des Untergangs einer Großmacht zur Inszenierung des Jahres!
Christine Wahl beobachtet das Schauspielerpaar Samuel Finzi und Wolfram Koch; Eva Behrendt zeichnet ein Porträt des Regisseurs Dimiter Gotscheff.
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Franz Wille Sie haben lange Zeit als Produzent im Freien Theater gearbeitet, Inszenierungen von der Finanzierung bis zur Premiere begleitet und ermöglicht. Seit dieser Spielzeit sind Sie Geschäftsführender Direktor des Maxim Gorki Theaters, eines der fünf großen Berliner Schauspielhäuser. Wenn man von den kleinen wendigen Schnellbooten auf einen mittelgroßen Tanker...
Der ganz «normale» Wahnsinn einer deutschen (Klein?)Stadt. Es geht rau zu in dieser kleinen Welt am Rande, im Grau der Hochhäuser. Es geht um Materielles, um Sehnsüchte und um ein Leben, das im Grunde keiner lebt. «Wie ist es hier?» – «Normal.» – «Ziemlich dunkel.» Die Gewissheit der Vergeblichkeit. Das Warten auf etwas Entscheidendes. Nichts geht weiter. Es muss...
Eines Tages wird jeder denken, was er gerade denken will», hat Andy Warhol einst gedroht, «und dann werden wahrscheinlich alle dasselbe denken.» Betrachtet man die politischen Lockerungsübungen, die Samuel Finzi und Wolfram Koch zum Auftakt von Dimiter Gotscheffs «Perser»-Inszenierung absolvieren, beschleicht einen der Verdacht, der Zustand sei längst eingetreten:...
