Archivarin des Todes
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die vorläufig noch durch Schrägstriche markierte «geteilte Sprache», wie Händl Klaus das literarische Verfahren nennt, einen einzigen Satz auf mehrere Figuren aufzuteilen.
Bei Händl Klaus hat dies nichts mit der weit verbreiteten Marotte zu tun, durch künstlichen Zeilenfall pseudolyrische Bedeutung zu produzieren, nein, sein Stil ist Inhalt: Seine Figuren sind, den Gesetzen jeglicher Dramatik widersprechend, immer «alle in einem Sprachkörper», Funktionen eines «komplizenhaften Sprechens, da man das Unbewusste teilt und die gleiche Grundlage hat» (Händl). Händl Klaus verabschiedet sich vom traditionellen Dialog, der sich aus der Syntax seiner Antagonisten definiert. Statt der Dialektik des dramatischen Konflikts, der die Geisteshelle seiner Figuren voraussetzt, findet man bei ihm «Verschworene» und das «aufeinander ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 152
von Joachim Lux
Theater heute Liebe Karin Beier, lieber Joachim Lux, lieber Oliver Reese: Sie leiten demnächst oder sehr bald zum ersten Mal selbst ein Theater – und zwar keine kleinen Bühnen in der Provinz, sondern alles erste Häuser. Gratulation! Wenn man so einsteigt, muss man sich überlegen: Wo steht das Theater in der Stadt und in der Gesellschaft – und wo will man selbst...
Was wollen Theaterleute, die zum ersten Mal Intendant werden – und zwar gleich an großen Häusern? Die Regisseurin Karin Beier startet im Herbst am Schauspiel Köln, zwei Jahre später wird der Wiener Chefdramaturg Joachim Lux das Hamburger Thalia Theater entern und sein Berliner DT-Kollege Oliver Reese das Schauspiel Frankfurt.
Ein Gespräch über die Situation der...
Der Dramaturg, der liest die Stücke durch. Mag er sie lieber nicht, war Lesen seine Pflicht. Es fliegt das Manuskript, bis die Schreibtischlampe kippt. Doch wenn sie ihm gefallen, gibt er sie nachher allen. – So werden aus Lieblingsstücken bedeutende Uraufführungen: eine Auswahl der größten Chancen der nächsten Saison
