Die grundgereizte Stimmung
Wann haben Sie sich zuletzt so richtig geärgert, und warum? Die Frage trifft. Ich fühle mich ertappt und gehe im Geiste die Situationen durch, in denen ich zur Beute dieses ungeliebten und unattraktiven Gefühls geworden bin, frage mich, ob ich mich zu oft geärgert habe in letzter Zeit, vielleicht auch zu sehr und womöglich aus zu geringem Anlass? Ich frage mich auch, welche Situationen zur Veröffent -lichung taugen. Alles Berufliche scheint mir zu vertraulich, das Private zu intim und glücklicherweise auch am wenigsten ergiebig.
Das Öffentliche sprengt den Rahmen und übersteigt wahrscheinlich auch meine Möglichkeiten. (Sonst ginge ich hier vielleicht der Frage nach, inwiefern die omnipräsenten Wahlvorhersagen in den Vorberichterstattungen zur unerwünschten selffulfilling Prophecy werden können. Die Sorge einer unbeabsichtigten, aber fatalen Manipulation hat mich schon manches Mal geärgert und gewinnt angesichts der aktuellen politischen Lage an unliebsamer Brisanz.)
Drücke ich mich vor der Aufgabe und will ich mir meinen Ärger nicht eingestehen? Warum ist der kleine Bruder der Wut überhaupt so ein diskreditiertes Gefühl? An sich stehen Emotionen ja hoch im Kurs. Was gefühlt wird, ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 101
von Andrea Vilter
Vielleicht liegt es an der Dichte der Theaterwände, die für Schallschutz sorgt. Dass Ereignisse von außen nicht hereindringen. Dass weder die Menschen darin noch die Institutionen als solche erreicht werden. Dass das zarte Zischen einer Kerze, zertreten von einem Stiefel, nicht gehört wird. (Aber natürlich nicht; zu weit weg, zu klein, zu schnell). Auch nicht das...
Um sich eine Menge Ärgernisse zu ersparen, nutze ich diese Textfläche im schönen Theaterheute-Jahrbuch, um meine Erfahrungen zum Thema schwanger sein als Schauspielerin zu teilen. Denn: Sichtbarkeit ist eine Währung, die höher ist als die nächste NV-Bühne-Gagen-Erhöhung.
«Oh du bist schwanger, das ist aber toll. Herzlichen Glückwunsch! Ohhh, du spielst aber gerade...
Deutschsprachige Erstaufführungen
A
Ayad Akhtar
Der Fall McNeal (Burgtheater Wien)
François Archambault
Erinnerungen von morgen (Landestheater Rudolstadt)
Annalisa Arione und Dario de Falco
Geschichte eines Nein (Theater Heilbronn)
B
Alexandra Badea
Aus dem Schatten: Thiaroye (Schauspiel Köln)
Sarah Berthiaume
Wollstonecraft (Theater Freiburg)
Alice Birch nach...
