Unsichtbarkeit und Superpower
Um sich eine Menge Ärgernisse zu ersparen, nutze ich diese Textfläche im schönen Theaterheute-Jahrbuch, um meine Erfahrungen zum Thema schwanger sein als Schauspielerin zu teilen. Denn: Sichtbarkeit ist eine Währung, die höher ist als die nächste NV-Bühne-Gagen-Erhöhung.
«Oh du bist schwanger, das ist aber toll. Herzlichen Glückwunsch! Ohhh, du spielst aber gerade in vielen Produktionen, da müssen wir viel umbesetzen. Das wird Arbeit. Aber puhh, das kriegen wir schon hin.
Ob du noch dein neues Stück mit Elsa-Sophie Jach so kurz vor Beginn des Mutterschutzes machen kannst? Ich denke, das wird kompliziert.» Das war so etwa die verkürzte Variante von meinem «Outing-Gespräch» bei meinem Intendanten Enrico Lübbe.
Trotz allem Verständnis zeichnete sich ab, dass es nicht so leicht wird, meine Vorstellung von Arbeit in der Schwangerschaft und die des Theaters zu vereinen. Doch es kam nach einigen Gesprächen dazu, so dass ich die Produktion machen konnte, unter folgenden Rahmenbedingungen:
Die Regisseurin ist einverstanden, setzt sich sogar für die bestehende Besetzung ein. Es gibt eine extra engagierte Gästin als Zweitbesetzung (merci Isabel Tetzner), die bereits während der Probenzeit ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 91
von Teresa Schergaut
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Zucker Mehl Paketsuche» heißt die Chatgruppe meiner Hausgemeinschaft. Vor ungefähr fünf Jahren von Petra aus dem Seitenflügel gegründet, zählt sie mittlerweile stolze 27 Mitglieder. Hier, zwischen Boomer-Memes, die besonders um die Feiertage Konjunktur haben, bitten Bewohner:innen spontan um etwas Sahne (weil das Gulasch trotz Rezept-Befolgung zu scharf geworden...
Ärgerlich ist, dass der Rückhalt schwindet. Den künstlerischen Leitungen kann ich keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil. Alle Leitungen, mit denen ich an komplizierten antirassistischen Theater-Projekten gearbeitet habe oder jetzt auch arbeite, unterstützen mich. Dennoch tun die Nadelstiche gegen solche Arbeiten weh: Nicht einzeln für sich genommen, aber in der...
