Die Gewalt der schwachen Männer
Die schmutzigen Hände», Klassiker des Existenzialismus, Rededrama mit klaren philosophischen Positionen. Gut für die Schule, schlecht fürs Theater. Die sich gleichwohl immer wieder darum bemühen, weil sie ja auch den Schüler:innen was bieten müssen. So jetzt das Schauspielhaus Zürich, wo die Nachkriegspolitparabel nebenbei vor 76 Jahren zum ersten Mal auf deutsch aufgeführt worden war.
Die neue Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel entschlackt den deutschen Text; das schweratmige Setting bleibt dasselbe: die Debatte zwischen einem Kampf für die Menschen und einem Kampf für die Ideen.
Das verkörpern die beiden Hauptfiguren, auf der einen Seite der Parteisekretär Hoederer (Wolfram Koch), der mit politischem Pragmatismus und Zwecklügen Tausenden das Leben retten will – und sich damit die einheitsproletarische Weste beschmutzt. Auf der anderen Seite Hugo (Steven Sowah), ein junger Mann aus privilegierten Verhältnissen, der zum Revolutionär konvertiert ist und die reine Lehre sucht. Er wird vom radikalen Flügel der nicht spezifizierten, aber unverkennbar kommunistischen «Partei» damit beauftragt, den Real -politiker umzubringen. Wer macht sich die Hände schmutzig?
Rede und Gegenrede, ...
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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui
So ganz fällt dieser Abend nicht in den Zuständigkeitsbereich eines Sprechtheaterkritikers. Auch wenn «Volksbühne» drüber steht und Sophie Rois dem Ganzen ihr Gesicht leiht. Denn das wesentliche Verdienst dieser Produktion ist doch ein musikhistorisches: die Ausgrabung und fulminante Reanimation des Oratoriums «Die sieben Todsünden» des jüdischen Komponisten...
Es muss sich anfühlen wie eine ganze Reihe von Nackenschlägen, die Ca -rena Schlewitt im Herbst einstecken musste. Der Intendantin von HELLE-RAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, mit dem wunderbaren Festspielhaus am Rande Dresdens, einer der Leuchttürme der Freien Szene in Sachsen, ja, in Ostdeutschland, geht im nächsten Jahr möglicherweise das Geld aus....
Beseelt lächelnd lässt er sich die Schlinge um den Hals legen: Dietrich Bonhoeffer, der Erlöser. Dann wird es schwarz. Die Zahl der von den Nazis ermordeten Juden wird aufgerufen, dann kommen Aufrufe zum Widerstand gegen Antisemitismus, der 2023 mehr Applaus fand als je zuvor seit Beginn der Zählungen 1979: «As Dietrich said: Silence in the face of evil is itself...
