Die Gewalt der schwachen Männer

In Zürich wird Sartres «Die schmutzigen Hände» zur skeptischen Komödie, und Jossi Wieler entdeckt Sophokles’ «Die Frauen von Trachis» neu

Theater heute - Logo

Die schmutzigen Hände», Klassiker des Existenzialismus, Rededrama mit klaren philosophischen Positionen. Gut für die Schule, schlecht fürs Theater. Die sich gleichwohl immer wieder darum bemühen, weil sie ja auch den Schüler:innen was bieten müssen. So jetzt das Schauspielhaus Zürich, wo die Nachkriegspolitparabel nebenbei vor 76 Jahren zum ersten Mal auf deutsch aufgeführt worden war.

Die neue Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel entschlackt den deutschen Text; das schweratmige Setting bleibt dasselbe: die Debatte zwischen einem Kampf für die Menschen und einem Kampf für die Ideen.

Das verkörpern die beiden Hauptfiguren, auf der einen Seite der Parteisekretär Hoederer (Wolfram Koch), der mit politischem Pragmatismus und Zwecklügen Tausenden das Leben retten will – und sich damit die einheitsproletarische Weste beschmutzt. Auf der anderen Seite Hugo (Steven Sowah), ein junger Mann aus privilegierten Verhältnissen, der zum Revolutionär konvertiert ist und die reine Lehre sucht. Er wird vom radikalen Flügel der nicht spezifizierten, aber unverkennbar kommunistischen «Partei» damit beauftragt, den Real -politiker umzubringen. Wer macht sich die Hände schmutzig?

Rede und Gegenrede, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui

Weitere Beiträge
Life is Shortbread

Niemand weiß es so genau, aber es könnte das vorerst letzte Mal gewesen sein, dass das No Limits – Disability & Performing Arts Festival ein derart vielfältiges Programm präsentiert. Verantwortlich dafür sind die Berliner Kulturkürzungen, denen, so wie es derzeit aussieht, auch viele Projekte aus den Bereichen Inklusion und Diversität zum Opfer fallen. Diese...

Premieren 2/24

AALEN, THEATER
15. Sophokles, Antigone
R. Julius Max Ferstl

ALTENBURG/GERA, THEATER
23. Kressin, Rhythm Is a Dancer (U)
R. Manuel Kressin
28. Higgins, Harold und Maude
R. Damian Popp

ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
8. Sherman, Sherman, Sams und Roderick, Tschitti Tschitti Bäng Bäng
R. Stefan Haufe

AUGSBURG, SENSEMBLE
22. Schimmelpfennig, Die Frau von...

Die große Horror-Kontinuität

Theater heute In «Altbau in zentraler Lage» geht es unter anderem um eine eher unfreundliche Entmietung und den Mietwohnungsmarkt; ein großes Thema, das viele Menschen umtreibt. Wie steht es um Ihre derzeitigen Wohnverhältnisse? 
Raphaela Bardutzky Ich hoffe mal, dass mein Vermieter nicht «Theater heute» liest. Ich lebe in der Münchner Innenstadt, zehn Minuten zu...