Die Empfängerin
Die Gier nach Leben, die Gier nach Liebe, Selbstzerstörung, sich einer Welt des Sanften und des Gewaltvollen auszusetzen, der Wärme und der Kälte – Sarah Kanes «Gier» umkreist in vielen Stimmen eine Leerstelle: das Ich. In Christopher Rüpings Zürcher Inszenierung repräsentiert die Projektion von Wiebke Mollenhauers Gesicht diese Leerstelle und verschiebt sie auf die Bühne.
Ohne ein Wort zu sprechen, aber ganz und gar durchlässig geht Mollenhauer mit Sarah Kanes Text mit, er spiegelt sich in ihren Reaktionen, in Andeutungen von einem Zweifel, in einem halben Lächeln, einem Erschrecken in den Augen. Er prallt von ihr ab und geht durch sie hindurch, verletzt sie, lässt sie ungläubig staunen, weckt ihre Abwehr, ihr Gelächter. Am Ende verlässt sie den Raum und geht aus dem Theater hinaus, durchs Zürcher Seefeldquartier, ins Wasser: Der Abend endet mit einem vieldeutigen Bad im See. Als wir uns Ende Juni für dieses Gespräch treffen, in einem Café am Unterlauf der Limmat, lockt das schönste Badewetter. Bei den Proben im Februar und der ersten Aufführungsserie im März muss sich das Wasser allerdings anders angefühlt haben – wie war das denn mit dem Bad im eisigen See?
Wiebke Mollenhauer I ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 106
von Andreas Klaeui
Meine persönliche CO2-Klimabilanz ist eigentlich ziemlich gut: Ich fliege fast nie, fahre seit Jahren bei Wind und Wetter mit dem Rad zum Theater und unternehme alle Dienstreisen mit der Bahn. Unser Vier-Personen-Haushalt hat inzwischen einen Energieverbrauch eines durchschnitt -lichen Ein-Personen-Haushalts, unsere Lebensmittel sind größtenteils «Bio». So weit, so...
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