Die blonde Bombe
Journalisten haben böse Ausdrücke dafür, wenn einer, wie sie sagen, «die Tinte nicht halten kann», und das ist schon selbst einer dieser bösen Journalisten-Ausdrücke. Die Not der Verknappung kennen auch die darstellenden Künste. Am kürzesten ist das Prokrustesbett des Ausdrucks im Film, und das ist ein Grund, warum der Schauspieler Joachim Meyerhoff so gut wie nie dreht. Um in einem Wohnwagen auf seine Szene zu warten, sei er zu ungeduldig und zappelig, hat er einmal erzählt. «Ich kann nicht verstehen, wenn Kollegen davon schwärmen, dass man beim Drehen so wenig machen müsse.
Ich will nicht wenig spielen, ich will viel spielen.»
Wie viel er spielen will, das hat Joachim Meyerhoff in den vergangenen Jahren gründlich bewiesen, und man muss, wenn man daran zurückdenkt, unwillkürlich an eine Szene aus dem Buch denken, das er nun geschrieben hat. Der Roman handelt von seinem Jahr als Austauschschüler in Wyoming. Der 18-jährige Meyerhoff träumt davon, in die Basketball-Mannschaft seiner Highschool aufgenommen zu werden, und bringt es immerhin zum Einwechselspieler. Zurück im heimatlichen Schleswig versucht er als Trainer, eine Basketball-Auswahl nach amerikanischem Vorbild aus dem Boden ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Christopher Schmidt
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Franz WilleImmer mehr Leute, die sich früher Dramaturg genannt hätten, heißen heute Kuratoren. Ist das ein reines Etikettenphänomen – heute hat sogar der Berliner Zoo einen «Bären-Kurator» –, oder was ist neu an dieser Arbeitsplatzbeschreibung?
Marion HirteSo wie ich das Festivalwesen verstehe und damit den neuen Begriff des Kurators, wäre wohl der Unterschied,...
Zu Beginn noch einmal einer dieser magischen Momente, die das Theater des Dieter Dorn in den 1980er Jahren (damals noch an den Münchner Kammerspielen) berühmt gemacht haben: Die leere Bühne, aufgerissen bis zur weißgetünchten Brandmauer, ein wenig Nebel über den Brettern, so dass einen prä-paradiesischen Augenblick lang an diesem wüsten Ort alles möglich scheint....
