Die blonde Bombe

Joachim Meyerhoff hat aus seinem furiosen Theatersolo «Alle Toten fliegen hoch» einen erschöpfenden Roman gemacht

Journalisten haben böse Ausdrücke dafür, wenn einer, wie sie sagen, «die Tinte nicht halten kann», und das ist schon selbst einer dieser bösen Journalisten-Ausdrücke. Die Not der Verknappung kennen auch die dar­stellenden Künste. Am kürzesten ist das Prokrustesbett des Ausdrucks im Film, und das ist ein Grund, warum der Schauspieler Joachim Meyerhoff so gut wie nie dreht. Um in einem Wohnwagen auf seine Szene zu warten, sei er zu ungeduldig und zappelig, hat er einmal erzählt. «Ich kann nicht verstehen, wenn Kollegen davon schwärmen, dass man beim Drehen so wenig machen müsse.

Ich will nicht wenig spielen, ich will viel spielen.»

Wie viel er spielen will, das hat Joachim Meyerhoff in den vergangenen Jahren gründlich bewiesen, und man muss, wenn man daran zurückdenkt, unwillkürlich an eine Szene aus dem Buch denken, das er nun geschrieben hat. Der Roman handelt von seinem Jahr als Austauschschüler in Wyoming. Der 18-jährige Meyerhoff träumt davon, in die Basketball-Mannschaft seiner Highschool aufgenommen zu werden, und bringt es immerhin zum Einwechselspieler. Zurück im heimatlichen Schleswig versucht er als Trainer, eine Basketball-Auswahl nach amerikanischem Vorbild aus dem Boden ...

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Theater heute April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Christopher Schmidt

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