Dramatische Distanz!
Franz WilleHasko Weber, Sie haben angekündigt, in zwei Jahren als Stuttgarter Schauspielintendant aufzuhören – nach dann insgesamt acht Jahren als Theaterleiter. Warum das? Es läuft doch gerade so gut.
Hasko WeberWir haben auch noch große Dinge vor, wenn wir nach der Interimsspielzeit im Herbst zurück ins Schauspielhaus ziehen. Aber ich halte die Entscheidung für richtig.
Nach acht Jahren Arbeit mit einem lebendigen Dramaturgie-Team, einem großen Ensemble, der Kontinuität mit vielen Regisseurinnen und Regisseuren und fast zwanzig Inszenierungen pro Saison kommt man an einen Punkt, wo ein Aufbruch in andere Gefilde und neue Konstellationen interessant werden. Es geht darum, wach zu bleiben und mit aller Energie weiter zu arbeiten, um nicht in der Routine zu landen.
FWDas Beispiel von Dieter Dorn, der jetzt bald 30 Jahre in München Intendant war, oder Claus Peymann, der auch schon wieder zwölf Jahre das BE leitet, kann Sie nicht anspornen…
Weber… zweifelhafter Vergleich …
FW… auch Frank Castorf ist seit 1992 an der Berliner Volksbühne oder Thomas Ostermeier seit 2000 an der Schaubühne. Das wäre keine Option?
WeberWar es nie. Theater ist eine zyklische Angelegenheit, und ich bin skeptisch, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2011
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Wie soll man leben? In Thomas Freyers neuem Stück «Das halbe Meer» versucht ein Aussteigertrüpplein auf einer abgelegenen Insel einen der Gemeinschaft verpflichteten Gesellschaftsentwurf, Tilmann Köhler inszeniert in Dresden. Juli Zeh sperrt für ihren Feldversuch «203» in Düsseldorf vier Menschen in ein Zimmer und lässt sie rundum versorgen, überwacht von...
Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen, die voller Enthusiasmus und Energie Theater spielen. Aber unter uns: Wenn es nicht gerade die eigenen Kinder sind, die sich auf Schul- oder Kitabühnen austoben, ist diese Behauptung reine Heuchelei. Ein gutes Beispiel für die Wirkungsgrenzen von Jugendfrische und Kreativität kann man derzeit in den Kammerspielen des...
Ungefähr 15.000 Zeichen soll dieser Text lang werden. Nicht gerade wenig für das Porträt eines Nachwuchsdramatikers, naturgemäß aber viel zu wenig, um die ganze, komplexe Welt zu fassen zu kriegen. Und auch viel zu wenig für Wolfram Lotz. Denn wenn es nach und um Lotz geht, müsste man eigentlich Indianisch sprechen oder eine andere Sprache, die keiner versteht. So...
