Die Banalität des staatstragenden Bösen

Martin McDonagh «Der Kissenmann»

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Idealer und stimmiger kann der äußere Rahmen für dieses Stück kaum sein: In Ingolstadt spielt man Martin McDonaghs «Kissenmann» auf der Werkstattbühne im Keller – ein betongrauer, hermetischer Raum mit bedrängend niedriger Deckenhöhe, kalt und fensterlos, unauffindbar. Da dringt kein Wort, kein Schrei nach draußen; das einzige verlässliche und zeitverstreichende Geräusch: Es tropft immer irgendwo aus rostigen Rohren, nervtötend leise monoton, dann ohrenbetäubend und hirnzersetzend laut.

Ein legaler Ort für illegale (Staats-)Machenschaften in einem nicht benannten Land, in dem man es nötig hat, vorgefertigten «Wahrheiten» mit Drohungen auf die Sprünge zu helfen.

Und wenn sich die Bühnenwände, die Svea Kossack noch rundherum mit bei Einschüchterungsbedarf schrill scheppernden Aktenschränken ausgekleidet hat, auch ab und an öffnen, den Blick auf lichte und idyllisch falsche Außenwelten freigeben – es bleibt eine Illusion, dass es aus diesem Verhörverschlag ein Entkommen gibt. Allenfalls Erinnerungen durchdringen die Mauern, die Figuren, die durch sie treten, kommen als lächerlich unwirkliche Einbildungen daher. 

Schirin Khodadadian hat konsequent ein Folterkammerspiel inszeniert, das ...

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Theater heute Februar 2005
Rubrik: Chronik, Seite 42
von Bernd Noack

Vergriffen
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