Bring mir den Kopf von Josef Hader
Die begehrteste und meistbeachtete Premiere der Wiener Herbstsaison ging weder im Burgtheater noch in der Staatsoper, sondern in einem 68 Plätze fassenden Kellerlokal namens Theater am Alsergrund über die Bühne: Anfang Dezember erlebte dort «Hader muss weg», das neue Soloprogramm des Wiener Kabarettstars Josef Hader, seine Uraufführung. Es handelte sich im Wortsinn um ein Jahrzehntereignis: Seit der Premiere des letzten Hader-Programms «Privat» waren exakt zehn Jahre, neun Monate und sieben Tage verstrichen.
Der kaputte Komiker
Der mit der klassischen Kabarettistenbiographie (Kindheit in der Provinz, Ministrant, Stiftsgymnasium) ausgestattete Hader debütierte 1982 als Kabarettist und begann auf der Kabarettbühne bald, auch das Kabarett selbst zum Thema zu machen; der Bruch mit Genrekonventionen gehört zu den wesentlichen Stilmerkmalen seiner Ar-beit. Seit «Biagn oder Brechn» (1988) verzichtete Hader auf die im Kabarett obligatorischen Politikerwitze und etablierte die Kunstfigur eines kaputten Komikers, die von Programm zu Programm zynischer und jämmerlicher wurde.
In «Privat» schließlich waren die Bühnenfigur und die Privatperson Josef Hader kaum noch zu unterscheiden: Das ...
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