Enis Maci; Foto: Sabrina Richmann

Der Urfarn mit all seinen Konsequenzen

Enis Maci: «Lebendfallen»

Theater heute - Logo

EINS    was die nicht verstehen
           und in dieser sache unsren eltern
           ähneln
           ist der unterschied zwischen ihnen
           die von irgendwo gekommen sind
           und uns
           die von nirgends anders her kommen
VIER    es liegt

auf der hand
           es ist so klar
           dass wir bloß gerade so
           sehr knapp
           an diesen ort gehören
EINS    dass wir bis ans ende unsere dielen
           ölen können 
           und trotzdem teppichbodenbabys
           bleiben

Aus den Teppichbodenbabys von einst sind junge Menschen geworden, vier gute Freundinnen und Freunde, die zusammen rumhängen, quatschen, trinken. Wir treffen die Figuren zu einem Zeitpunkt, da ihr Reden womöglich schon sehr lange andauert oder gerade wieder aufs Neue einsetzt, springen in die Mitte ihrer engen Freundschaftsbande, die typischerweise einen gleichzeitig zärtlichen und brutalen Umgang miteinander erlauben. Die vier Sprecher*innen erzählen einander alte Geschichten, die das wohlige Gefühl ihrer vertrauten Gemeinschaft evozieren. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Ort, an den ihre Eltern alle auf unterschiedlichen Wegen gekommen sind und den diese jungen Menschen in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2017
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 171
von Katja Herlemann

Weitere Beiträge
Mission impossible

Schönheit gilt als universelles Glücksversprechen für ein gutes Leben. Wer schön ist, hat mehr Chancen in der Liebe, ist erfolgreicher im Beruf und genießt ein höheres Sozialprestige. Dabei ist es gar nicht leicht, «so schön zu sein, wie man aussieht», wie Hollywood-Ikone Sharon Stone bekennt. Wer seinen Körper als Kapital betrachtet, muss auch an ihm arbeiten....

TH Kritikerumfrage 2017

Zum PDF der Kritikerumfrage

Ankunft in der Fremde

Als nach zwei Stunden auf der Berlin-Charlottenburger Kantstraße die nächste Verabredung, Mutter Tscheplano­wa, das «Schwarze Café» betritt, bin ich bereits so hypnotisiert wie Gucci, das mucksmäuschenstille Hündchen, das Valery Tscheplanowa vor fünf Jahren «gebraucht» gekauft hat. Gucci hat links von ihr gesessen, ich rechts, während zwischen uns eine...